Das Attentat in Norwegen hat uns betroffen gemacht. Wie kann jemand im ideologischen Wahn Dutzende Menschen töten? Für uns Normaldenkende sind solche Taten nicht nachvollziehbar. Bezeichnenderweise gibt es nun Kreise, die in der aktuellen Trauer- und Abklärungsphase aus dieser Tragödie skrupellos politisches Kapital zu schlagen versuchen.

Alle Personen oder Organisationen, die im vom Täter verfassten Manifest erwähnt wurden, werden nun auf übelste Art verunglimpft und mit den Morden in Verbindung gebracht. Das ist nicht akzeptabel. Es wäre das gleiche, wie wenn man unbescholtene Atomkraftgegner mit den kürzlich verurteilten Ökoterroristen, die Sprengstoffanschläge geplant haben, in Verbindung bringen würde. Solche Vergleiche zeugen von Unreife. 

Um gewaltbereitem Extremismus wirkungsvoll begegnen zu können, braucht es eine verantwortungsbewusste Gesellschaft und Politik, deren Antrieb nicht Eigennutz sondern das Wohl der Bürger ist. Extremismus wird damit zwar nicht verunmöglicht, aber man gibt ihm damit keinen zusätzlichen Nährboden. Ganz klar ist: Verbalextremismus ist keine Antwort auf gewalttätigen Extremismus und Rufmord ist keine Antwort auf Mord!

Pirmin Müller,
Luzern

 

26.07.2011 | 1414 Aufrufe