Der Bundesrat hat ein erstes Massnahmenpaket für den schrittweisen Umbau der schweizerischen Energieversorgung in die Vernehmlassung geschickt. Damit will er den Energie- und Stromverbrauch pro Person senken, den Anteil fossiler Energie reduzieren und die nukleare Stromproduktion durch Effizienzgewinne und den Zubau erneuerbarer Energie ersetzen. Auf den hastig gefällten, konzeptlosen aber wahltaktisch geschickten Entscheid zum Atomausstieg folgen nun endlich erste Taten.

Meiner Ansicht nach ist es von fundamentaler Bedeutung, dass unsere Stromproduktion sicher, bezahlbar, umweltschonend und möglichst unabhängig vom Ausland ist. Für die Zukunft sind daher optimale Rahmenbedingungen und bedarfsorientierte, zielführende, massvolle Investitionen unerlässlich.

Die Kernkraft war und ist noch ein bedeutender Bandstromlieferant. Die Herausforderung wird darin bestehen, diesen regelmässigen Energielieferanten zuverlässig und finanziell tragbar sowie möglichst umweltschonend und vom Ausland unabhängig zu ersetzen. Dauerhaften und rund um die Uhr Strom erzeugenden Energieträgern, welche speicher- und lagerbar und somit auch stetig verfügbar sind, gehört die Zukunft! Von Witterung und Jahreszeiten abhängige Produktionsformen können und sollen zwar ihren Beitrag leisten, können jedoch die dringend benötigte Bandenergie nicht bereitstellen. Ich bin daher der Auffassung, dass sich der Bundesrat primär auf die Bandenergie-Thematik konzentrieren und zudem unsere landschaftlichen und wissenschaftlichen Trümpfe fokussiert ins Spiel bringen soll.

Die schnee- und wasserreiche Schweiz mit ihren topografischen Gegebenheiten ist ein prädestinierter Wasserkraftproduzent. Auch in der Geothermie übernehmen wir eine gewisse Pionierrolle. Überdies tun wir gut daran, auch in anderen zukunftsgerichteten Bereichen – ich denke da beispielsweise an die Wasserstofftechnik – die Nase an der Spitze zu haben. Umso mehr gilt es, unsere topografischen und wissenschaftlichen Trümpfe sinnvoll zu fördern und zu nutzen und dabei das Augenmerk bewusst auf den zu ersetzenden Bandenergieträger zu richten.

Bruno Dudli,
Sonnental SG

26.10.2012 | 1385 Aufrufe