Ein klares NEIN zum Familienartikel, welcher am 3. März 2013 zur Abstimmung gelangt, ist zwingend notwendig: Durch den Familienartikel würde das Problem der fehlenden Krippenplätze zwangsmässig angegangen, argumentieren die Befürworter. Zu wenige Krippenplätze? Weit gefehlt, denn es existieren mehr als genug. Darüber berichtete auch die NZZ («Die Mär vom Fehlen der Krippenplätze», 29.01.2013).

Tatsache ist, dass das vermeintlich knappe Angebot an Krippenplätzen lediglich einer Hochrechnung, gestützt auf eine Befragung von 750 Eltern, entspricht.

Das Krippenangebot ist in den letzten Jahren enorm gewachsen. Leider werden private Krippen durch unsägliche Reglementierungen und durch zu viele staatlich subventionierte Angebote benachteiligt. Der Familienartikel würde die Kantone und Gemeinden verpflichten, noch mehr subventionierte Krippenplätze anzubieten, womit die Gemeinde- und Kantonsautonomie untergraben würde. Zudem hätte diese Vorgabe durch den Bund verheerende finanzielle Auswirkungen. So kostet ein Betreuungsplatz im Kanton Zürich durchschnittlich 29‘545 Franken pro Jahr. Es muss für die Betreuungsangebote mit zusätzlichen jährlichen Ausgaben von bis zu zwölf Milliarden Franken – plus Investitionskosten in unbekannter Höhe für neue Infrastrukturen – gerechnet werden.

Letztlich müssen diese Mehrausgaben, von allen Steuerzahlern berappt werden. Folglich müsste auch jemand, der keine Kinder hat, ein enormes subventioniertes Betreuungsangebot mitfinanzieren. Kinderbetreuung ist Privatsache.

Subventionierte Betreuungsangebote sollen denjenigen Eltern zur Verfügung stehen, die aufgrund ihrer finanziellen Lage auf diese angewiesen sind. Es kann aber nicht sein, dass der Bund einen solch unverantwortlichen, kostenintensiven, staatlichen Ausbau auf Kosten der Steuerzahler forciert. NEIN zu diesem bürokratischen, teuren Familienartikel!

Anita Borer, Kantonsrätin,
Uster (ZH)

14.02.2013 | 1216 Aufrufe