Wenn man die Befürworter dieser Initiative anhört und so wie es uns von der Presse übermittelt wird, müsste man glauben, sämtliche Verbrechen in der Schweiz, seien mit Ordonnanz Schusswaffen begangen worden. So wie es die Befürworter darstellen müssen sämtliche Frauen von Angehörigen der Armee (AdA) Angst haben vor deren Waffen, die irgendwo in der Wohnung gelagert wird. Ich bin überzeugt, wenn dies wahr wäre, müsste die Polizei ständig bei den AdA und Schützen Waffen einsammeln (Ist nach heute gültigem Gesetz möglich).

Der Fall von Friedrich Leibacher im Kantonsrat Zug wird heute als Musterbeispiel für die Annahme der Initiative geführt. Da hat aber die Politik versagt weil sie diesen Mann zuerst zu der Verzweiflungstat getrieben und die Konsequenz daraus nicht verhindert hat. Auch der SVP Ständerat This Jenny bringt ein Beispiel, das sicher nur ein Einzelfall darstellt und von dieser Ehefrau durch einfache Anzeige bei der Polizei aus dem Wege geräumt worden wäre. Bei der ganzen Diskussion wird aber immer nur von Armeewaffen gesprochen, so dass man eigentlich nur von “Waffen ins Zeughaus“ spricht.

Woher waren die Waffe des Lehrermörders von St. Gallen oder des Parkplatzmörders von Dübendorf? Beide Täter kamen aus dem ehemaligen Jugoslawien. Das waren keine Armeewaffen. Solche Waffen, man kann sie nicht zählen, gibt es aber in einer grossen Zahl in der Schweiz. Davon sprechen die Initianten „Für den Schutz vor Waffengewalt“ nicht. Wenn man nur die Nachrichten der letzen Tage durchgeht liest man:

Der Irre vom Bellevue. Er stach in der Sylvesternacht acht Männer aus Spass nieder!
Damit hat er auch noch hoch angegeben. Müssen jetzt diese Messer auch ins Zeughaus?

Junger Türke drückt aufs Gas. Mit über 200 Km/h ist er mit „seinem“ BMW unterwegs. Wird jetzt das Autofahren auch allgemein verboten? Bei solchen Manöver sollten diese Autos konfisziert und verschrottet werden. Wäre übrigens heute schon möglich!

Die Initiative will auch Selbstmorde verhindern. Da liest man in der Zeitung: Häftling erhängt sich im Bezirksgefängnis Aarau Telli. Dieses Gefängnis wurde mit sehr vielen Steuergeldern umgebaut, damit sich kein Häftling mehr das Leben nehmen kann. Trotzdem ist es einem Häftling gelungen seinem Leben mit der elastischen Bundschnur seiner Jacke zu erhängen. Schutz vor Waffengewalt? Andere Möglichkeiten sind: Sich vor den Zug zu werfen und damit auch noch einen Lokiführer in Gewissenskonflikt zu bringen. Sturz von der Rheinfallbrücke, Sturz von einem Hochhaus, Erhängen usw. Alles Selbsttötungen ohne Waffen.

Die gleichen Kreise, die heute vorgeben Personen vor Selbstmord zu schützen, haben die Frauenbefreiung ins Leben gerufen. Die Frau kann mit Ihrem Körper tun und lassen was sie will, nur der Selbstmörder darf das nicht. Ich meine dabei die Schwangerschaftsabbrüche. Vor was für einer Gewalt müssen wir hier Schutz anrufen. Denen, denen es an den Kragen geht, die ungeborenen Kinder, die können dazu gar nichts sagen.

Diese Initiative verhindert kein Mord, kein Selbstmord und entwaffnet nur die anständigen Bürger. Verbrecher, werden immer Waffen haben oder sich solche beschaffen. Schlussendlich wird schlicht und einfach die Schweiz entwaffnet und eine Tradition mehr vernichtet.

Leserbrief von Fritz Kubli,
Schaffhausen

18.01.2011 | 1338 Aufrufe