Nach der Abstimmung vom 9. Februar über die Begrenzung der Masseneinwanderung weigert sich ein Grossteil der unterlegenen Minderheit mit aller Entschiedenheit, sich dem Volksentscheid zu fügen. Ihre ablehnende Haltung hat diese am 1. März in Bern sogar mit einer Massendemonstration zum Ausdruck gebracht. Dies zeigt mit aller Deutlichkeit, wie sehr die Schweiz heute unter dem Zeichen einer grossen Zwietracht steht.

Dies ist noch so bedenklich, erinnert des Jahres 1481, als infolge der Zwietracht zwischen den Land- und Stadtkantonen die Schweiz an den Rand eines Bürgerkrieges geriet. Erst in allerletzter Minute konnte die Katastrophe damals Landesvater vom Ranft. Glücklich über die damalige Aussöhnung liess man am 22. Dezember 1481 in sämtlichen Kirchen der Schweiz die Glocken läuten. Besteht heute noch Hoffnung auf eine Aussöhnung? Diese Frage verfolgt mich heute noch so ernsthaft.

Noch so oft wurden in der Menschheitsgeschichte einzelne Länder Opfer von Zwietracht und damit war ich Ende besiegelt. Ist man sich in gewissen Kreisen dieser Tragik nicht bewusst? Sind gewisse Leute schlicht von Blindheit geschlagen? Fragen, die mich derzeit sehr bedrücken.

Traugott Voegeli-Tschirky,
Leibstadt AG

 

18.04.2014 | 1979 Aufrufe