Eigentlich wäre dieser Leserbrief als Antwort auf ein Interview im Migrosmagazin gedacht gewesen, doch dessen Redaktion hatte scheinbar keine Lust, ihn abzudrucken – weshalb auch immer. Doch Sie, geehrte Leserinnen und Leser des Bildungskompasses, hätten sich wahrscheinlich schon dafür interessiert, dass noch eine weitere öffentliche Richtigstellung der Aussagen des Leiters der Volksschulen Basel Stadt publiziert worden wäre. Also sende ich diesen Leserbrief halt nun hierher.

Anfangs war ich einfach nur wütend! Herr Felder von Basel stellt uns 92'000 Eltern und anderen Unterschreibenden der Petition im Migrosmagazin-Interview als regelrechte Deppen hin, wie wenn wir (alle aktiv Handelnden im Vorder- und im Hindergrund) die riesige Öffentlichkeitsarbeit auf uns genommen hätten, nur um uns gegen ein erfundenes Hirngespinst zur Wehr zu setzen.

Aber ich habe doch selbst gelesen, was da alles im Internet in den zum Teil fast schon pädophil anmutenden Lernzielvorstellungen der PHZ Luzern (Kompetenzzentrum)und des Basler Lehrplans für den fächerübergreifenden sexualkundlichen Unterricht bei Kindergärtlern und Primarschülern gestanden hat. Da hiess es zum Beispiel, dass unsere Kinder neuerdings bereits ab vier Jahren spielerisch in der Gruppe an ihre Sexualität herangeführt werden sollen, etwa durch das lustvolle Erforschen der Geschlechtsteile oder das beiläufige Spielen von Geschlechtsverkehr beim «Müetterlen» usw., denn jedes Kind hätte nun mal von klein auf das Recht auf freies Ausleben seiner Sexualität (als wenn es das überhaupt wollte!), ungeachtet seiner Herkunft oder der Ansichten seiner Eltern...

Natürlich streiten die Kommissionsverantwortlichen aus Luzern jetzt alles ab und auch manche Erziehungsdirektoren tun so, als wären sie nie bereit gewesen, so etwas in unseren Schulen einzuführen. Man kann ihnen das Gegenteil ja nun auch nicht mehr nachweisen, weil diese ach so modernen Sexualisierungs-Absichten und Lehrplanziele im Internet allesamt gelöscht wurden und heikle Unterlagen nur noch mit einem Passwort zu öffnen sind. (Warum wohl?) Jetzt sind an deren Stelle überall recht normale, unverfängliche Grundsatzpapiere, Lehrplanideen und Lernziele zu lesen und auch der Sex-Koffer für die Kindergärtler wurde scheinbar stillschweigend umsortiert und an die Kleinen «angepasst», als wäre er immer schon so gedacht gewesen... Und Herr Bundesrat Didier Burkhalter schreibt in einem sehr freundlichen Brief an mich, dass die Verwendung der auf «wissenschaftlicher» Grundlage basierenden Materialien des Kompetenzzentrums durch Kantone, Schulen bzw. Lehrpersonen «absolut freiwillig» sei...!

Bei so viel Beruhigung und verschleierndem Aktivismus sieht es aber fast so aus, als wäre unsere Staub aufwirbelnde Petition doch nicht so unnötig gewesen, wie man uns ständig unterstellen will. Wahrscheinlich können wir diese klammheimlichen Anpassungen in den Schulunterlagen und Stellungsnahmen der «Fast»-Täter als ersten, vollen Erfolg für unsere öffentliche Kinder-Rettungsaktion werten, – obwohl ich natürlich immer noch nicht begreifen kann, weshalb Eltern überhaupt auf die Barrikaden gehen müssen, um ihre Kinder vor der Schule zu schützen, die wir doch mit unseren Steuern selbst berappen und der wir doch eigentlich vertrauen können müssten...

Aber so lange dieses gefährlich innovative Kompetenzzentrum für Sexualität und Schule weiter existiert und im Auftrag des BAG seine «modernen», kinderschänderischen Ideen aus Deutschland hier in der Schweiz «implementieren» soll, ist es wohl besser, wir bleiben alle weiterhin wachsam und schauen den Erziehungsdirektoren genau auf die Finger!

Daniela Bissig,
Hagendorn ZG

 

14.11.2011 | 1300 Aufrufe