Die Medien – fast alle Medien – jubeln: Endlich hat die SVP Wahlen verloren! Sie wittern Morgenröte.

Kommentar «Spalte rechts», Ausgabe vom 27. April 2018

Die SVP – frohlocken die Medien – hätten die «ziehenden Themen» aus den Augen verloren. Sie hätten nur noch stur den EU-Rahmenvertrag im Blickfeld, obwohl dieser «nur Nebensächliches» anpeile. So? «Automatische Übernahme» von EU-Beschlüssen und Aushöhlung der Direkten Demokratie haben für Medienleute bloss nebensächliche Bedeutung?

Selbstentlarvend, charakterlos und wahrheitsverschleiernd ist solche Feststellung. Wir fragen die Medien: Wieso – nur als Beispiel – bleiben sie der Öffentlichkeit jegliche Erklärung darüber schuldig, weshalb, wenn es um den hiesigen Arbeitsmarkt geht, die Medien das Wort «Schweizer» nicht mehr gebrauchen? Weshalb reden sie immer nur von «Inländern»? Betrifft diese Frage «nur Nebensächliches»? Ist es «nebensächlich», dass die EU – per Vertrag über die Personenfreizügigkeit – jede nationale Bevorzugung verbietet? Dass die EU durchgesetzt hat, dass jeder EU-Bürger bei der Stellenbewerbung als «Inländer» zu behandeln ist – auch wenn er keinen Tag in seinem Leben in der Schweiz gewohnt hat? Dass demzufolge «Inländer- Bevorzugung» keinen einzigen Schweizer schützt? Dass «Inländer-Bevorzugung» vielmehr jeden älteren Schweizer – trotz seiner Berufserfahrung – radikal der Konkurrenz durch billigere EU-Arbeitskräfte aussetzt? Dass die von den Medien gefeierte «Inländer-Bevorzugung» in Wahrheit tausende, ja zehntausende ältere Schweizerinnen und Schweizer aus dem Arbeitsmarkt verdrängt – weil unser Land an die EU-Personenfreizügigkeit gefesselt ist? Und dass der Rahmenvertrag diese Ankettung unabänderbar machen will – obwohl Volk und Stände der Schweiz zur Masseneinwanderung Nein gestimmt haben? Wer diese Zusammenhänge, diese Verkettung als «nebensächlich» abtut, wie das die bundesberndevoten Medien vorführen, der betrachtet über fünfzigjährige Schweizerinnen und Schweizer wohl als «Abfallprodukte» am Rand jenes Weges, auf dem sie Brüssel zu erreichen hoffen.

Mögen sie, die Alltagssorgen hiesiger Bürgerinnen und Bürger als nebensächlich disqualifizierend, weiter wandeln auf diesem Weg. Sie werden, das sei ihnen vorausgesagt, kaum an der SVP vorbeikommen, deren Untergang sie etwas vorschnell gefeiert haben.

Ulrich Schlüer

26.04.2018 | 10162 Aufrufe