Stellen Sie Sich vor: Ich bin mit Geld zu meiner Weissgeld-Bank gegangen und wollte ihr den Betrag zur Verwaltung anvertrauen. Nun war die Bank aber nur bereit mein Geld anzunehmen, wenn ich eine Erklärung beibringe, dass dieses Geld bereits versteuert ist, denn die Bank ist voll auf der bundesrätlichen Linie und zukunftsgerichtet.

Da genügt es nicht, wenn ich erkläre, ich hätte die Absicht, das Geld zu gegebener Zeit dann schon noch zu versteuern. Nein! Ich muss nachweisen, dass das Geld bereits versteuert ist! Einerseits kann die Bank mir nicht ansehen, ob ich Schweizer oder Ausländer bin, andererseits will die Bank auch keinen Verstoss gegen das Diskriminierungsverbot riskieren und behandelt darum alle Kunden gleich. Zusätzlich will sie sich auch gegen Verantwortlichkeitsklagen der amerikanischen Steuerräuber schützen, und verlangt deshalb, dass meine Erklärung von der Steuerbehörde meines Herkunftslandes abgesegnet ist.

Dummerweise ist es so, das ich für 2012 weder Staats- noch Bundessteuern bereits bezahlt habe. Für 2011 habe ich zwar Steuern bezahlt – aber nur aufgrund von provisorischen Rechnungen. Da ist also noch keine Angabe meiner Veranlagung rechtlich gesichert und kein Steuerkommissär, noch die kantonale noch die eidgenössische Finanzministerin – die ja diese Erklärung verlangt – ist in der Lage, mir eine Weissgeld-Bescheinigung auszustellen.

Wie soll eine Bank in der Schweiz unter diesem Regime überhaupt noch einen einzigen Franken entgegennehmen können?

Die SP will den Kapitalismus überwinden – die Finanzministerin schafft ihn ab! Unter ihrer Führung vernichten wir unsere wirtschaftliche Basis und richten uns dann auf ein Leben als Schlümpfe in Schlumpfhausen ein. Sind wir wirklich so blöd?

Heinrich Werder,
Uster ZH

01.03.2012 | 1413 Aufrufe