Ein gerechter Lohn ist primär ein Marktlohn. Nun ist aber der Lohnmarkt in zweierlei Hinsicht verzerrt und bedarf der Korrektur: Einerseits haben sich die Löhne der Top-Leute der Wirtschaft in eine Höhe geschraubt, die sich weder durch ihre Arbeitsleistung noch durch ihre Verantwortung rechtfertigen lassen. Dies ergibt sich schon allein dadurch, dass in der Regel auch Leute aus der zweiten Führungsreihe einer Unternehmung in der Lage und bereit wären und auch bereit sein müssten, diese Top-Positionen zu besetzen.

Die Top-Manager sind also meines Erachtens nicht unbedingt besser und erfolgreicher als dies ihre direkt Untergebenen in der gleichen Position wären. Daneben haben sich die Top-Leute in der Wirtschaft in eine Liga katapultiert, in der sie sich gegenseitig in ihren überrissenen Lohnbezügen unterstützen und befeuern, unbehelligt von ebenfalls meist überbezahlten Verwaltungsräten.

Der zunehmend globalisierte Arbeitsmarkt und das grosse Arbeitskräftereservoir erlauben es den Unternehmungen heute, die Löhne der wenig qualifizierten Arbeitskräfte unter ein Niveau zu drücken, das nicht mehr zur Aufrechterhaltung einer normalen Lebensführung reicht. Hier müssen Mindestlöhne den Staat davor bewahren, immer mehr Geld für Working Poor ausgeben zu müssen.

Überrissene Sportler- und Künstlersaläre sind nur dank «Spielgeld» von Einzelpersonen und Werbeausgaben von Unternehmungen möglich und demzufolge als Orientierungsrahmen für die Volkswirtschaft untauglich. Vielmehr ist hier zu hinterfragen, wieso so viel «Spielgeld» zusammengekommen ist.

Alex Schneider,
Küttigen AG

 

28.03.2013 | 2370 Aufrufe