Seit mehr als zwei Jahren stecken die Europäische Union (EU) und vor allem die Länder der Eurozone in einer staatlichen Schuldenkrise. Durch die engen Verflechtungen zwischen der Schweiz und der EU wirken sich die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der EU auch auf den Schweizer Franken und die Schweizer Exporte aus. Die Krise hat zu einem Rückgang der wirtschaftlichen Nachfrage in der EU sowie einer heftigen Aufwertung des Frankens geführt.

Laut Aymo Brunetti – Professor für Wirtschaftspolitik und Regionalökonomie an der Universität Bern und ehemaliger Chekökonom des Bundes – ist die Personenfreizügigkeit mitverantwortlich dafür, dass die Schweiz gut durch die Krise kam. Die Zuwanderung habe die Schweiz während der Krise stabilisiert, denn selbst während der Rezession sei der inländische Konsum und der Bausektor weiter gewachsen. Es mag zutreffen, dass die Zuwanderung – gegenwärtig jährlich in der Grössenordnung der Stadt Luzern – in einem gewissen Ausmass einer Rezession entgegen wirkt, zumindest kurzfristig. Hingegen sei die Frage erlaubt, wohin die Reise letztlich gehen soll? Welche Ziele werden mit der ungebremsten Zuwanderung verfolgt? Soll damit der inländische Gesamtkonsum bis ins Unermessliche gesteigert werden? Soll die ganze Schweiz vollständig zubetoniert werden? Wie sieht's aus mit der Nachfrage nach Energie, Mobilität, Gesundheit, Altersvorsorge, Ansprüchen bei Arbeitslosigkeit usw.? Ist es ein profundes Rezept, Rezessionen mit schneeballartigen Systemen zu umgehen, ohne sich über die negativen Auswirkungen einer ungebremsten Zuwanderung auf Natur, Landschaft und Umfeld Gedanken zu machen?

Bruno Dudli,
Sonnental (Gemeinde Oberbüren) SG

15.03.2013 | 1852 Aufrufe