Drei Milliarden Überschuss in der Bundeskasse und das in einem Krisenjahr mit Wirtschafts-, Finanz- und Eurokrise. Schön und gut, aber zu welchem Preis?

Die jährliche Einwanderung von 100‘000 Menschen und mehr entspricht etwa der Grösse der Stadt Winterthur. Diese Stadt muss jedes Jahr neu gebaut werden. Der Betongürtel zerfrisst unser kleines Land. Wohin man auch schaut, Baukräne schmücken unsere Landschaft. Die grüne Wiese wird zu einem Spekulationsobjekt. Mit tiefsten Steuersätzen holen wir unzählige Firmen in unser Land, die nicht selten gleich die ganze Belegschaft in die Schweiz transferieren. Auch viele Gutbetuchte lassen sich nieder; steigende Land- und oft auch unbezahlbare Mietpreise sind die Folge. Diese Sackgassen-Politik hat mit Nachhaltigkeit nichts zu tun!

Das Credo des Bundesrates war: Es gibt keine Masseneinwanderung mit der Einführung des freien Personenverkehrs. Er hat sich getäuscht. Im letzten Herbst stellte der kanadische Aussenminister in Bern die Einwanderungspolitik seines Landes vor. Die Industrienation Kanada rekrutiert jährlich 250‘000 Einwanderer. Das Land ist 240-mal grösser als die Schweiz, und hat eine Population von 30 Millionen Einwohnern. Das klassische Einwanderungsland Kanada betreibt eine weitsichtige und gut verkraftbare Migrationspolitik, im Gegensatz zu uns.

Man muss keinen Hochschulabschluss im Rucksack haben um festzustellen, dass wir mit unseren beschränkten Ressourcen völlig verantwortungslos umgehen. Die ungebremste Zersiedelung, die fortschreitende Versiegelung der Böden, der steigende Wasser- und Energieverbrauch, die völlig überforderte Infrastruktur, die schwindende Nahrungsmittelsicherheit und die immer kleiner werdenden Erholungsflächen lassen für die Zukunft unseres Landes und der folgenden Generationen nichts Gutes ahnen. Die masslose Einwanderung lässt die Stabilität des sozialen Gefüges wackeln, die sozialen Ungleichgewichte nehmen zu. Wir müssen einsehen, dass wir nicht halb Europa und den Rest der Welt aufnehmen können! Manchmal ist weniger auch mehr, unsere Lebensqualität wird es uns danken!

Leserbrief von Rony Nietlispach,
Thayngen SH

  

10.05.2011 | 1121 Aufrufe