Die bilaterale Verhandlungen kann die Schweiz sehr gut machen, wenn sie die EU anbietet mit ihrem Wissen und Bildungssystem in Länder aktiv zu werden, wo viele Menschen keine Arbeit haben. Radio SRF1 strahlte eine Sendung über Erfolg aus. Ein Mann erzählte, dass er es als seinem persönlich schönster Erfolg betrachtete, dass er in Rumänien eine Käserei aus der Schweiz wieder aufbauen durfte. Die Rumänen hätten ihm gefragt, ob er ihnen vor Ort helfen könne.

Unterdessen hat dieser Herr mit Hilfe vom EDA und anderen Helfern an diesem Ort die Käserei und eine Landwirtschaftliche Schule mit einem Abteil für Hauswirtschaft aufgebaut. So können diese Menschen in ihrem eigenen Land etwas aufbauen und ihre eigenen Kultur, in ihrem vertrauten Umfeld leben und auch arbeiten. Es gibt Länder, die haben viel mehr Boden als die Schweiz. Dort muss man nicht dauernd über verdichtetes Wohnen diskutieren.

Wichtig ist, dass man die Menschen, die in die Schweiz kommen gut schaut, damit sie sich hier wohlfühlen können. Dass die Familien von Zuwanderer mitkommen ist wichtig, oder dann muss man die Menschen gut begleiten und beispielsweise zur Teilnahme in Vereine aufmuntern. Klar lohnt es sich aber nicht, wenn ein Arbeiter mit seiner Familie nur für drei bis sechs Monate in die Schweiz kommt.

Ich bin in 1974 mit einer Arbeitskollegin in die Schweiz (Valens) gekommen, weil es zu wenig Pflegepersonal hatte. Man hat uns Deutschkurse ermöglicht und von Kolleginnen wurden wir in die Schweizerische Kultur eingeführt. Dass ich länger geblieben bin, war nicht geplant, aber die Liebe verursacht manchmal einen Kurswechsel. Ich kenne verschiedene verantwortungsbewusste junge Frauen, die vor etwa zehn Jahren gern eine Ausbildung im Gesundheitswesen gemacht hätten. Im ersten Anlauf hatte eine von ihnen «nur» einen Realschulabschluss. Es wäre kein Problem, diesen jungen Frauen zu helfen, sich weiter zu bilden. Damals wurden sie aber abgewiesen. Heute importieren wir Fachangestellte für Gesundheit aus dem Ausland. Ob ihre Ausbildung wirklich so gut ist wie unsere?

Man sollte so viele Menschen aufnehmen (seien es Arbeitslose Menschen oder Menschen auf der Flucht), wenn man ihnen wirklich helfen und sie betreuen kann. Sonst sollte man dort aktiv werden, wo die Probleme herstammen. Länder müssten diesbezüglich viel mehr zusammenarbeiten. Unsere Nachbarländer sollten uns nicht kritisieren. Sie müssen im eigenen Land zum Rechten schauen.

Hennie Mittner,
Pratval

27.02.2014 | 2216 Aufrufe