Der neuste Ukas aus dem Departement Sommaruga

Auch in der Schweiz treten vermehrt radikale, zum Dschihad, zum Heiligen Krieg aufrufende Imame auf. Würde man Imame ab sofort in der Schweiz ausbilden und zu Predigten in deutscher Sprache verpflichten, dann könne die Gefahr der Aufhetzung jugendlicher Muslime gebannt werden, meint das Departement von Bundesrätin Sommaruga.

Der Freitags-Kommentar vom 8. Juli 2016,
von Ulrich Schlüer, Verlagsleiter «Schweizerzeit»

Diese Meinung und die dazu geäusserte Empfehlung nach Imam-Ausbildungsfakultäten an Schweizer Universitäten, ist so blauäugig wie widersprüchlich: Was ein zum Predigen in deutscher Sprache gezwungener oder auch bloss veranlasster Imam vor oder nach seiner Predigt seinen Anhängern in der Sprache seines Herkunftslandes auch noch mitteilt, wäre mit Imam-Lehrgängen an Schweizer Universitäten gewiss nicht festgelegt. Oder glaubt das Departement Sommaruga, den Gebrauch der arabischen Sprache in der Schweiz verbieten zu können?

Hassprediger

Der Ruf nach Imam-Ausbildungslehrgängen an Schweizer Universitäten ist – so enthusiastisch er von parteiischen Medienleuten auch gefeiert und weiterverbreitet wird – eine typische Scheinlösung, wie ähnliche vom Departement Sommaruga laufend getroffen werden – von den Auswirkungen der sich über Europa ergiessenden Völkerwanderung völlig überfordert.

Das Problem kriegerischer oder hetzerischer Aufrufe von Imamen lässt sich nur durch konsequente Überwachung von deren Tätigkeit in den Griff bekommen. Die Überwachung hat zu erfolgen durch Spezialisten des Schweizer Nachrichtendienstes, die Arabisch so gut beherrschen, dass sie nicht nur alles Gesprochene verstehen, die sich vielmehr auch selber in Arabisch ausdrücken können. Eruieren sie Prediger, die radikale Aufrufe und kriegerische Parolen verbreiten, sind diese ohne jeden Verzug aus der Schweiz auszuweisen – oder sie sind, wenn ihnen fahrlässigerweise bereits ein Schweizer Pass ausgehändigt worden ist, strafrechtlich zu verfolgen.

Wirksame Massnahmen

Solche, die von fremden Regierungen, etwa von Saudi-Arabien oder von der Türkei finanziert werden, sollen in der Schweiz überhaupt nicht auftreten können. Diese beiden Länder lassen Christen auch nicht frei reden. Propagandisten im Solde fremder Staaten haben hierzulande nichts zu suchen.

Längst ist erwiesen, dass solch radikale Hassprediger auch gefährlichen Einfluss auf die zweite oder gar dritte Generation ursprünglich aus muslimischen Ländern eingewanderter Familien ausüben. Und eben erst wurde in Hamburg in der Nähe einer Moschee ein Waffenlager ausgehoben, in welchem sich keineswegs bloss einige Revolver oder Pistolen befanden. Selbst automatische Waffen wurden dort in Bereitschaft gehalten – kaum mit der Absicht, hier friedliches Miteinander unterschiedlicher Kulturen anzustreben.

Es sind genügend Anschläge mit tödlichem Ausgang in Europa mit organisatorischen Fäden auch zu Moscheen Tatsache geworden, als dass vor solchen Vorbereitungshandlungen die Augen verschlossen werden könnten.

Die friedliche, durchaus nicht fremdenfeindliche Bevölkerung hierzulande hat Anspruch auf Schutz – bereits bevor sich Anschläge ereignen! Die Überwachung von Predigern ist unabdingbare Präventionsmassnahme, auf dass Verbrechen, wie sie in europäischen und anderen Ländern Tatsache geworden sind, verhindert werden können.

Imame in Aufnahmezentren

Das Departement Sommaruga, das eben noch Imam-Predigten allein in deutscher Sprache gefordert hat, fällt nicht unbedingt auf durch kohärente Massnahmen. Soeben – die Abstimmung über das Asylgesetz gehört schliesslich seit einem guten Monat der Vergangenheit an – gab das Justizdepartement bekannt, dass in Aufnahmezentren für Einwanderer aus der stattfindenden Völkerwanderung fortan auch Imame tätig sein werden. Imame, die in diesen Zentren selbstverständlich auch predigen dürfen. Ob das Gebot, ausschliesslich in deutscher Sprache zu predigen, auch für die in den Aufnahmezentren wirkenden Imame gilt? So dass kaum einer der Ankömmlinge diese überhaupt verstehen würde?

Offenbar weiss das Departement Sommaruga, wenn es am Dienstag Imame für Völkerwanderungs-Einwanderer aufbieten will, bereits nicht mehr, dass es am Montag zuvor verkündet hat, islamische Prediger fortan nur noch in deutscher Sprache auftreten zu lassen. Die gleichzeitige Ankündigung, Imame sollten nur noch deutsch – in der welschen Schweiz ausschliesslich französisch – predigen, passt sich in diametralem Widerspruch der Idee an, allen Ankömmlingen aus muslimischen Ländern auch Imame zur Verfügung zu halten. Neben Gratis-Anwälten sollen sie fortan auch durch Gratis-Imame betreut werden…

Einst stellten Regierungen, selbst Departemente der Schweizer Landesregierung, ihr Handeln unter das Prinzip «Gouverner, c'est prévoir» – «Regieren heisst Vorausschauen». Die Zeiten kohärenten Handelns der Schweizer Landesregierung gehören offensichtlich der Vergangenheit an. Heute leben die Departemente von grossartigen Ankündigungen, die ihnen devote Medienleute pflichtschuldigst aus den Händen fressen. Gälte es zu handeln, wird nur noch gewurstelt – heute so, morgen anders, widersprüchlich, zweideutig, improvisiert und kopflos.

 

Symbolbild von Sebastian von Gehren / pixelio.de