Im Mittelalter galt das Verbrühen, das für Falschmünzer reserviert war, als die grausamste Hinrichtungsmethode. Mit Recht stufte man Falschmünzerei viel schlimmer ein als Mord, denn sie brachte Unheil über das ganze Land.

Heute sind wiederum Falschmünzer am Werk. Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) will in grossem Stil wertlose Staatsanleihen von Krisenländern kaufen, also ganz gewöhnliche Schrottpapiere, damit sich diese Schuldenländer erneut mit frischem Geld eindecken können.

Die Geschichte lehrt uns, dass solches Verhalten immer in Inflation mündet. Und wie wird diese Ankündigung von den Regierungen und der Presse aufgenommen: «Super Mario» wird in den höchsten Tönen bejubelt, obwohl jeder Redaktor wissen muss, dass ein solches Fehlverhalten die Verarmung weiter Bevölkerungsgruppen einleitet. Damit es so weit kommen konnte, mussten in der Euro-Zone mehrere Vertragsbrüche erfolgen. Zuerst wurden die Stabilitätskriterien im Maastricht-Vertrag durch Deutschland unter Schröder und nachher durch praktische alle andern gebrochen, mit der Griechenland-Pleite trat Merkel als Rechtsbrecherin auf, indem sie den Lissabon-Vertrag ins Gegenteil verkehrte. Dieser untersagte es nämlich jedem Land, die Schulden eines andern Landes der Euro-Zone zu übernehmen und jetzt übernimmt die EZB unter Draghi alle wertlosen Staatsanleihen bankrotter Euro-Länder zum Nominalwert, natürlich auf Kosten der Steuerzahler. Uferlos haften für alle kann aber nicht die Lösung auf die Schuldenkrise sein!

Diese totale Rechtsverdrehung in der Euro-Zone sollte unsere Classe politique und ganz besonders den Bundesrat dazu bringen, die Lage neu zu beurteilen und den gewonnenen Erkenntnissen nachzuleben. Dem ist leider nicht so. Der Bundesrat lässt sich weiterhin von diesen Rechtsbrechern unter allen möglichen Titeln zum Nachteil der schweizerischen Steuerzahler erpressen.

Heinz Klaus,
Morissen GR

11.10.2012 | 1053 Aufrufe