Haltlose Propaganda gegen die Familieninitiative

"Spalte rechts"
Kommentar des Chefredaktors

Eine Prognose, wonach der Familieninitiative an der Urne ein Erfolg winken könnte, hat die hinterste und letzte Ideologin im Land wachgerüttelt: Es darf doch nicht geschehen, dass ausgerechnet die SVP einem sozialpolitischen Anliegen zum Durchbruch verhelfen kann – der finanziellen Gleichstellung der ihre Kinder selber betreuenden Eltern mit den heute allein steuerbegünstigten, weil ihre Kinder fremdplatzierenden Eltern.

Selbst die schlechthin unsinnigsten Behauptungen – drohende Milliardenverluste, Begünstigung der Reichen, Fesselung der Frauen an den Herd – wurden dazu aus der hintersten Besenkammer hervorgekramt. Dutzende von Kanonen wurden damit geladen. Konzentriertes Feuer liessen die Ideologinnen in den Medien zusammen mit den Ideologinnen in den linken bis weit in die Mitte-Parteien auf Mütter, SVP und Stimmbürger losbellen. Und selbst die notorisch auf linke Stimmen schielende Bundesrätin stellte sich hinter eines der Gift und Galle speienden Geschütze.

Wohl auch, um ein zweites, echtes, handfestes, sich nicht unbedingt zur Plakatierung sozialer Verantwortung eignendes Argument für ihr Sperrfeuer gegen die ihre Kinder selber betreuenden Eltern zu tarnen. Denn nicht wenige, die da so blindwütig auf die Familieninitiative schiessen, profitieren heute recht ungeniert von genau jenem Steuerabzug, der um purer Gerechtigkeit willen künftig auch jenen Eltern zuzubilligen wäre, die – um ihren eigenen Kindern volle Aufmerksamkeit bei der Erziehung zu schenken – auf ein Zweiteinkommen verzichten.

Es könnte ja sein, befürchten die hinter den Kanonen stehenden Ideologinnen, dass sie von den ihnen heute allein gesicherten Abzügen ein Weniges teilen müssten mit jenen, denen der Steuerabzug bis heute versagt bleibt. Privilegien abtreten? Da hört bei Ideologinnen jede Opferbereitschaft auf. Sie wollen weiter profitieren. Sie wollen allein profitieren. Sie wollen alles – nichts wird mit andern geteilt! Ins Pfefferland mit den selbstbetreuenden Eltern!

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass diese neidgenössischen Ideologinnen, massiv unterstützt von den Medien, am Ende gar obsiegen. Ob sie danach wenigstens jenes Minimum an verbliebenem Anstand aufbringen und in Zukunft ganz darauf verzichten, je wieder von «Solidarität von Frau zu Frau» daherzuschwadronieren? Ihr Handeln wird von nacktem Egoismus angetrieben. Sie sollen wenigstens dazu stehen!

Ulrich Schlüer

 

21.11.2013 | 1983 Aufrufe