Trotz kritischer Stimmen von Lehrpersonen, Pädagogen und Sprachwissenschaftlern, führte der Regierungsrat flächendeckend das Frühfranzösischlehrmittel ein. Die Kinder sollen in ein Sprachbad eintauchen. Das Bad ist gross wie ein See, die Kinder sind Nichtschwimmer/-innen. Doch Schwimmhilfen (Rechtschreibung, Grammatik oder Wörtlilernen) sind nicht vorgesehen.

Bei dieser Art von Sprachenlernen werden mit Kopfhörern Texte und Geschichten übers Ohr wahrgenommen. Dazu passende Bilder auf dem Computer sollen das Textverständnis erleichtern. Die Kinder arbeiten meist individuell am Computer. Die Methode ist eine Nachahmung des Sprachenlernens in einem fremdsprachigen Gebiet oder in einer fremdsprachigen Familie.

Es ist aber erwiesen, dass diese Art von Sprachenlernen nur möglich ist, wenn ein Kind mind. 40% seiner Wachzeit mit dieser Fremdsprache konfrontiert ist. Deshalb war von Anfang an klar, dass diese Lehrmittel und Methode für das Sprachenlernen mit 2–3 Lektionen pro Woche nicht taugen würden. Deshalb sind die immensen Mehrkosten für die Gemeinden und den Kanton von zirka 20 Millionen Franken im Jahr «verpulvertes» Geld.

Sabina Geissbühler-Strupler,
Lehrerin, Herrenschwanden BE

06.07.2016 | 3094 Aufrufe