Die sieben Spitzenverdiener der OECD - worunter der Generalsekretär - kassierten 2011 eine Lohnsumme von 3,2 Millionen Euro, eine Erhöhung von 47 % (!) gegenüber dem Vorjahr. Pro Kopf entspricht dies einem Jahresgehalt von 458'000 Euro, Reisespesen nicht inbegriffen. Da sich der Sitz der OECD in Paris befindet und die neue sozialistische Regierung den Einkommenssteuersatz ab 150'000 Euro unlängst auf 45 Prozent angehoben hat, müsste man mit diesen OECD-Funktionären beinahe Mitleid haben. Aber - man höre und staune - OECD-Beamte zahlen keinen einzigen Euro Steuern.

Gemäss einem Abkommen zwischen der OECD und Frankreich sind ihre Funktionäre steuerbefreit. Dies ist es also, was Angel Gurria unter Steuergerechtigkeit versteht! Er selbst bezahlt keinen Eurocent Steuern, während unterschiedliche Steuersätze in der Schweiz für Holdinggesellschaften als "unzulässig" und "illegal" verurteilt werden. Zum Vergleich: Die Pauschalbesteuerung in der Schweiz sowie die von der OECD als illegal bezeichnete Holdingbesteuerung und alle andern Steuern basieren nicht auf Abkommen mit einem Staat, sondern sind hieb- und stichfest in unserem Gesetz verankert.

Während die OECD den automatischen Informationsaustausch in Steuerangelegenheiten apodiktisch fordert, hat sie sogar mit den USA für ihre Mitarbeiter ein Steuerbefreiungs-Abkommen ausgehandelt. Damit entfällt selbstverständlich auch der von ihr anderweitig vehement geforderte Informationsaustausch. Viele selbsternannte Brüsseler Eurokraten gefallen sich darin, uns Schweizer als "Rosinenpicker" und unser Land als "Steuerparadies" darzustellen. Wenn es jedoch um pensionierte EU-Beamte geht, die sich in helvetischen Gefilden für einem geruhsamen Lebensabend niederlassen möchten, dann beanspruchen diese eh schon Privilegierten zusätzlich noch Steuerfreiheit auf ihren hoch dotierten Renten (wurde bilateral so vereinbart).

Es ist einer breiten Oeffentlichkeit wohl auch kaum bewusst, dass sämtliche Mitarbeiter internationaler Organisationen in Genf und anderswo ebenso steuerbefreit sind, obwohl diese Herrschaften unsere Infrastrukturen inklusive Schulen intensiv beanspruchen. Was braucht es noch, bis auch der Allerletzte begriffen hat, dass dieses unwürdige Schauspiel geldgieriger Internationalisten auf dem Buckel des "gemeinen Volkes " ausgetragen wird, dem man seinerseits Steuerdisziplin, Verzicht und Genügsamkeit abverlangt? Eine Sinnesverwandtschaft dieser geldgierigen Internationalisten zu abgehobenen mittelalterlichen Landesfürsten oder zu korrumpierten afrikanischen Feudalherrschern ist doch wohl sehr naheliegend. Müssten solch schockierende Ungerechtigkeiten nicht vor allem bei der Linken einen Aufschrei der Empörung auslösen?

Robert Nieth,
Walchwil ZG

09.01.2013 | 1454 Aufrufe