Es wurde zunehmend zur lästigen Pflichterfüllung, einen als «Schweizer Komödie» xfach angekündigten Fernsehfilm bis zum Ende zu verfolgen. Am Sonntag, 23. September: «Amur senza fin» – halb romanisch, halb deutsch. Ein Produkt «schweizerischen Kulturschaffens».

Kommentar «Spalte rechts», Ausgabe vom 28. September 2018

Schlaue Frauen, sexuell offenbar vernachlässigt, rächen sich an einfältigen, auf der Stufe plumper Neandertaler steckengebliebenen Männern – Fremdgänger und Heuchler. Die Rache gelingt dank eines Multikulti-Priesters, dem die Männer mit plump rassistischer Anfeindung begegnen, der die zu kurz kommenden Bündnerinnen indessen zum Kamasu-tra-Seminar lädt, wobei den Zuschauern sogar einige Bildchen aus dem Werklein gezeigt werden, spekulierend, dass sie in Erwartung nach mehr vielleicht doch noch einige Minuten auf dem Sender bleiben.

Selbstverständlich siegen die schlauen, von Multikulti faszinierten Frauen über die im bierseligen Heimat-Rassismus verharrenden Männer.

Selbstverständlich wird der Vertreter des Bischofs – seinetwegen wurde die Geschichte im Bündnerland angesiedelt – völlig ins Abseits der Ewiggestrigen verwiesen angesichts des die Gemeinde erfassenden Aufbruchs ins Multikulti-Morgenrot: Ein Bistum, welches das Kamasutra dem Evangelium nicht gleichzusetzen bereit ist, hat vom Schweizer Fernsehen Prügel zu beziehen, Punkt.

Klischee reiht sich an Klischee. Eines penetranter als das vorherige. Platte Anhimmelung der Multikulti-Zukunft fordert Gefolgschaft bei den Zuschauern ein.

Wir zweifeln nicht: Dieses Machwerklein, stur an der von Simonetta Sommaruga verkündeten Integrations-Doktrin orientiert, wird mit Preisen überhäuft werden, so unerträglich simpel es seine Indoktrination des politisch Korrekten auch serviert. Politischer Mainstream belohnt kulturellen Mainstream – die Preisgelder allerdings den Steuerzahlern aus ihren Geldbeuteln stehlend.

Das Filmlein verkörpert jene Multikulti-Idylle, welche im Departement Sommaruga jeder Funktionär täglich herunterzubeten hat. Gedacht als vermeintlich süffig dargebrachte Vorbotin einer neuen Zeit, verkommt es allerdings zum geisttötenden, langweiligen, gestelzt inszenierten Umerziehungsprodukt.

Ulrich Schlüer

27.09.2018 | 1355 Aufrufe