Die überraschende Todesnachricht löste tiefe Betroffenheit aus: Am 13. Januar 2017 verstarb Udo Ulfkotte an Herzversagen. Ein schwerer Verlust für jene Publizistik, die an Tatsachen orientiert die bedrohliche Migrations- und Kriminalitätsentwicklung verfolgt.

Wer Udo Ulfkotte persönlich gekannt hat, ihn für Vorträge auch in der Schweiz gewinnen konnte, erkannte sehr rasch: Seine Stimme hatte Gewicht. Niemand im deutschsprachigen Europa konnte die Bedrohung der inneren Sicherheit infolge vernachlässigter Grenzkontrolle fundierter begründen als Udo Ulfkotte. Unermüdlich, ja buchstäblich Tag und Nacht war Udo Ulfkotte am Recherchieren. Seine umfassenden Kenntnisse zum Gesamtgeschehen erlaubten es ihm, entdeckte Einzelheiten in den richtigen Zusammenhang zu stellen. Das zog seine Zuhörer und Leser in Bann, trug ihm aber auch Ablehnung, teils offenen Hass der etablierten Medien ein.

Ursprünglich reiste Udo Ulfkotte als Reporter für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) an alle Krisenherde dieser Welt. Seine Reportagen wurden geschätzt, weil immer von Eindrücken am Ort des Geschehes geprägt. Als er aber begann, zu den tieferen Ursachen der Konflikte vorzudringen und festgestellte Zusammenhänge präsentierte, von deren Richtigkeit er zutiefst überzeugt war, stiess er bei ängstlich an der Political Correctness orientierten Redaktoren zunehmend auf angstvolle Ablehnung. Schliesslich blieb ihm nur die publizistische Verselbständigung: Was er erlebte, was er erfuhr, seine Erfahrung mit allenthalben gekauften Journalisten veröffentlichte er in mehreren Büchern, die ausnahmslos zu Bestsellern wurden. Auch die Infodienste «Whistleblower» und in jüngerer Zeit «Kopp-Exklusiv» zehrten von Ulfkottes umfassendem Wissen und seiner sowohl verantwortungsvollen als auch unbestechlichen Kombination von Fakten und Ursachen. Es war diese brisante Art der Publikation, die dazu führte, dass seine Bücher schliesslich allein noch vom Kopp-Verlag verlegt wurden. Aus den Bestsellerlisten liessen sie sich indessen nicht mehr verdrängen. Wer Udo Ulfkotte näher kannte, wusste, dass er gelegentlich unter Herzbeschwerden litt. Seiner Sache verbunden wie kein Zweiter, konnte er von seiner ruhelosen Rechechierarbeit nie lassen. So traf ihn der Tod – inmitten der Arbeit an einem weiteren Buch – überraschend und unbarmherzig. Mit ihm erleidet die streng an Fakten orientierte, keinerlei Denkverboten unterworfene Publizistik, einen schweren Verlust.  

Wir werden Udo Ulfkotte, seine Kompetenz und sein Wissen schmerzlich vermissen. Es müsste ihm auch noch nach seinem Tod vergönnt sein, dass sich Nachfolger finden, für die seine unbestechliche Persönlichkeit und seine überragende Leistung im Recherchieren und Auswerten von Fakten Vorbild sind.

Wir verbeugen uns vor diesem grossen Publizisten und seinem Lebenswerk.      

Ulrich Schlüer