Distanz zur EU wäre angebracht

Dass die Aufgabe der Franken-Anbindung an den Euro manchem Unternehmer Schwierigkeiten bereitet, ist unbestritten. Aber der Entscheid war alternativlos: Die Nationalbank kann nicht eine Fremdwährung stützen, deren Eigentümer skrupellos die fortlaufende Entwertung dieser Währung vorantreiben.

"Spalte rechts"
Kommentar des Chefredaktors

Dass indessen die Schweizer Diplomaten lautstark ins Klagelied der angeblich Geschädigten einstimmen, erstaunt eher. Auch wenn wir anerkennen, dass es unter den Diplomaten ausnehmend tüchtige, der Schweiz wertvolle Dienste leistende Persönlichkeiten gibt, so geben sich doch die meisten dazu her, Bundesbern den Weg in den Machtapparat Brüssels zu bahnen. Dem Bundesrat zu helfen, die Umsetzung sowohl der Ausschaffungs-Initiative als auch jener gegen die Masseneinwanderung – beide von Volk und Ständen angenommen – zu hintertreiben: Als Kotau vor Brüssel!

Dafür jetzt sofortige und volle Entschädigung für die Euro-Abwertung zu verlangen – das ist doch eher eine Zumutung. Wer Mitleid ihnen gegenüber empfindet, dem steht es frei, eine Topfkollekte für leidende Diplomaten zu organisieren …

Der für viele unerwartete, von den Umständen her vollauf gerechtfertigte Schritt der Nationalbank vermittelt freilich ein anderes Signal: In der maximal überschuldeten EU ist der letzte Damm, der einigermassen gesunden Finanzhaushalt sichern müsste, gebrochen. Im Dienste des Machterhalts seiner Elite ergibt sich Brüssel hemmungsloser Zerrüttung seiner Finanzordnung. Und in Griechenland, das seinen Beitritt zum Euro mittels offensichtlichem Betrug durchgesetzt hat, feiert der Neue, ein Alt-Kommunist, seinen Sieg an einem Anti-Nazi-Denkmal. Als Botschaft, wie er diejenigen, denen sein Land hunderte Milliarden schuldet, fertigzumachen gedenkt.

Prosit «EU-Harmonie»!

Was sich da anbahnt und laufend verstärkt, sendet der Schweiz nur eine einzige Botschaft aus: Wenn euch Unabhängigkeit, Eigenständigkeit, gesunde Finanzen noch lieb sind, dann «Hände weg!» von dieser EU! Selbständig entscheiden! Keine Unterwerfung via «Rahmenvertrag» unter Brüssels Machtpolitiker! Keine «institutionelle Einbindung» in die Brüsseler Bürokratie!

Krisengerechtes Verhalten gebietet: Handlungsfähigkeit bewahren! Und handlungsfähig bleibt unsere Schweiz nur, wenn sie sich der «Einbindung» in ein mehr als bloss schlingerndes Grossgebilde entzieht.

Es lebe die Unabhängigkeit, es lebe die Neutralität der Schweiz!

Ulrich Schlüer

 

29.01.2015 | 1527 Aufrufe