Man kann es Herrn Bundesrat Schneider-Ammann nicht verwehren, dass er zum Fest des «Parc Ela» in Tiefencastel aus dem weit entfernten Emmental weder per Zug noch Auto, vielmehr in einem der zwei VIP-Eurocopter der Luftwaffe angereist ist.

Sonderbar mutet hingegen an, dass er den Helikopter nicht in Tiefencastel beim Festplatz hat landen lassen, was flugtechnisch problemlos möglich gewesen wäre – sondern ganz klandestin hinter Alvaschein, zwischen Felsen und Sträuchern. Von dort aus liess er sich in einer Staatskarosse nach Tiefencastel und zwei Stunden später wieder zurück chauffieren.

Politische Korrektheit, Lug und Trug liegen bekanntlich eng beieinander. In Bundesbern – bei vielen Politikern und vor allem bei gewissen Bundesrätinnen und Bundesräten – ist das Wort «Ehrlichkeit» ja seit längerer Zeit nicht mehr geläufig.

War es wohl politische Korrektheit, die den ehemaligen Generalstabsobersten und Unternehmer dazu veranlasst hat, hinter den Büschen zu landen? Oder wollte er mit einem direkten Anflug zur Festgemeinde nicht das grüne Mäntelchen der Organisation der «Parc Ela» ankratzen?

Auf jeden Fall ist es unehrlich, mit einem solchem Verhalten den Eindruck erwecken zu wollen, ein Bundesrat nehme die Strapazen einer langen Autofahrt auf sich, um sich dem Volke im Albulatal zu zeigen.

Josef Steinegger,
Alvaschein GR

 

05.07.2012 | 1152 Aufrufe