Die Rasa-«Eingabe der Dreihundert» erinnert an ein düsteres Ereignis in der Schweizer Geschichte. Am 15. November 1940 verlangten «Schweizer Bürger» mit der «Eingabe der Zweihundert» vom Bundesrat einen Maulkorb für die Schweizer Presse sowie die «Ausmerzung» gewisser Presseorgane. Unter dem Vorwand der Wahrung der Neutralität, forderten sie eine verstärkte Anpassung an Nazi-Deutschland.

Unter dem Vorwand, die Interessen der Schweiz zu vertreten, wollen heute dreihundert «Schweizer Bürger», mehrheitlich vom Volk bezahlte Professoren und Künstler, mit der Rasa-Initiative («Tabula Rasa» mit der direkten Demokratie?) eine verstärkte Anpassung an die EU: Das Volk soll den eigenen Volksentscheid vom 9. Februar dieses Jahres (!) zur selbständigen Steuerung der Masseneinwanderung rückgängig machen, sich selber einen Maulkorb umhängen und die direkte Demokratie in Ketten legen.

Einmal mehr sind die Bürger im Sinne Gottfried Kellers gefordert: «Keine Regierung und keine Bataillone vermögen Recht und Freiheit zu schützen, wo die Bürger nicht imstande sind, selber vor die Haustür zu treten und nachzusehen, was es gibt!».

Peter Aebersold,
Zürich

 

14.01.2015 | 1544 Aufrufe