«Kunst-Einsatz» gegen SVP-Exponenten 

Vor ein paar Monaten zirkulierte im Internet der Aufruf «Tötet Köppel!». Die Arbeitslosenzeitung «Surprise» hat ihn auch in gedruckter Form verbreitet.

Der Freitags-Kommentar vom 18. März 2016,
von Ulrich Schlüer, Verlagsleiter «Schweizerzeit»

Derjenige, der diesen Aufruf erlassen hat, befindet sich zur Zeit in Zürich – engagiert als «Künstler» für ein von der Stadt subventioniertes Theater, das sich auch sog. «Experimenten» gegenüber als «aufgeschlossen» zeigt. Der Mann – Philipp Ruch mit Namen – stammt aus Dresden; er tritt auf als Exponent einer «Aktionskünstler-Gruppe» aus Berlin.

Flüche gegen Roger Köppel

Per Internet hat dieser Dresdener – offensichtlich breit unterstützt von ihm ergebenen «Aktionskünstler-Kreisen» – dazu aufgerufen, Roger Köppel auf vielfache Art «zu verfluchen». Der Tages-Anzeiger meldet umgehend, es hätten bereits 597 000 Verflucher diesem Aufruf Folge geleistet. Das Zürcher Kultur-Establishment findet das offenbar unterhaltsam.

Für den 18. März ist auch noch ein «abendlicher Hausbesuch» bei Köppels in einer Nachbargemeinde Zürichs geplant. Der Aufruf dazu wurde breit gestreut. Auch das hat der Tages-Anzeiger gemeldet. In seiner Berichterstattung blieb freilich unerwähnt, dass dieser Besuch «bewaffnet» erfolgen soll. Als «Waffen» stünden Tierkadaver, Fäkalien und alles Denkbare, was an üblem Dreck aufzutreiben sei, zur Verfügung. Damit soll das von Familie Köppel bewohnte Haus und seine Umgebung «eingedeckt» werden. Taucht er selbst, taucht seine Frau, taucht eines seiner noch kleinen Kinder auf, dürften sie von der «Aktions-Materie» auch einiges abbekommen.

Protest

So wird in Zürichs hochsubventionierter Szene heute «Aktions-Kunst» entfaltet – gegen gewählte vorab SVP-Politiker, die von den Medien gerne an den «rechten Rand» gedrückt werden. Wobei für die «Künstler» Negatives – wie der Hinweis auf das für den Saubannerzug gegen Familie Köppel mitzubringende «Aktionsgut» – sorgfältig ausgespart wird, auf dass der Ruf dieser Aktionsbewegten nicht Schaden nehme.

Die Stadtzürcher SVP hat sofort geharnischten Protest gegen das Geplante und seinen Erfinder in die Öffentlichkeit getragen. Der Protest gegen die vorgesehenen, primitiven Tätlichkeiten gegen den bestgewählten Nationalrat prallte an der linken Stadtpräsidentin allerdings ab. Sie möchte den Kunstbegriff zu Zürich «weitherzig» ausgelegt wissen. Das Theater, das sich für den Dreck-Feldzug als logistische Basis zur Verfügung stellt, soll darob keinerlei Subventionskürzung erfahren…

Demokratie-Verachtung

Es gab in der Schweiz eine Zeit, da wurden der Demokratie als Staatsform sowie aus demokratischer Ausmarchung gewählten Persönlichkeiten grundsätzlich Achtung und Respekt gezollt. Gewählte wurden auch damals nicht als Unantastbare unter Glasglocken gestellt. Kontroverse, höchst engagiert geführte Debatten fanden durchaus statt. Aber man zollte Gewählten elementaren zwischenmenschlichen Respekt.

Es kam – der Vorfall liegt allerdings vierzig Jahre zurück – sogar vor, dass im Zürcher Rathaus der damals amtierende Kantonsratspräsident einen Journalisten, der mit demonstrativ schmutziger, abgerissener Kleidung, ungewaschen und unrasiert seine Verachtung dem Rat gegenüber demonstrieren zu müssen glaubte, aus dem Saal wies.

Früchte

Heute aber meinen selbst Amtsträger – die letzten «Achtundsechziger» sozusagen – Schweinereien und Fäkalien-Attacken auf Gewählte – sofern diese der SVP angehören – als «originelle Kunst» etikettieren zu können. Dass sich der Urheber der Verfluchungs-Orgie und des Fäkalien-Angriffs als Vertreter einer Stadt zu erkennen gibt, in welcher in dunkler Zeit immerhin die Befehlszentrale eines Ereignisses stationiert war, das als «Reichskristallnacht» in die Geschichte eingegangen ist, deren Vorläufer-Aktionen mit Attacken ganz ähnlichen Charakters gegen «Unliebsame» begonnen haben – solch historischer Zusammenhang scheint der «kunstbeflissenen Szene» in der linksgrünen Zürcher Classe politique allerdings noch nicht aufgegangen zu sein…

Abfall

Und einige weitere, durchaus Beklemmung auslösende Fragen können angesichts der Zürcher «Kunst-Orgie» nicht unerwähnt bleiben: Zeigen sich in der Zürcher Aktion nicht faule Früchte der in unserem Land derzeit um sich greifenden Demokratieverachtung? Gibt es da nicht eine Kaste zumeist öffentlich Besoldeter, welche die Demokratie ziemlich ungerührt öffentlicher Verachtung preisgeben? Die Verachtung zeigt sich darin, dass Entscheide des Souveräns, die diesen wohlbezahlten Staatsrechtsexperten nicht gefallen, schlicht und einfach nicht umgesetzt werden – begleitet von bedeutungsschwangerem Raunen, auch das Volk könne sich in der Demokratie «nicht alles erlauben».

Hat nicht – erst vor wenigen Wochen – eine Kammer unseres höchsten Gerichts dem Schweizer Souverän selbstherrlich beschieden, dass es die von der EU definierte Personenfreizügigkeit konsequent allem vorziehe, was dem Schweizervolk – gemäss Verfassung immerhin der Souverän des Landes – an Entscheidungen gegen die stattfindende Masseneinwanderung noch einfallen werde? Glaubt denn jemand im Ernst, solch demonstrative Verachtung des Souveräns lasse keine Spuren zurück? Wer Volksentscheide wie Abfall behandelt, motiviert nur allzu rasch einige Primitive wie den «Aktionskünstler» aus Dresden, «Abfall» eben wörtlich zu nehmen.

Welche Lektion ist fällig

Wie nur müsste mit dem Urheber des Fäkalien-Feldzugs gegen Roger Köppel verfahren werden? Man könnte sich den erwähnten Kantonsratspräsidenten aus dem Jahr 1976 zum Vorbild nehmen. Diesem ist der von ihm gemassregelte, das Zürcher Parlament verachtende Journalist einige Jahre später wieder begegnet – korrekt, anständig und sauber gekleidet. Und er hat sich beim Ratsherr sogar bedankt: Die ihm erteilte Lektion sei eine «Lektion fürs Leben» gewesen…

Die gleiche Lektion gehört dem Dresdener Sauereien-Veranstalter: Fort aus Zürich! Ohne jeden Lohn! Höchstens mit zu bezahlender Rechnung für nötig gewordenen Polizei-Einsatz. Schluckt er die Lektion nicht, kann er ja Klage führen gegen die Stadt Zürich. Der Prozess, in dem er sein Recht auf Lohn für inszenierte Sauereien begründen müsste, könnte zum wegweisenden Lehrstück werden.

 

Bildausschnitt aus "Tötet Köppel"-Inserat.