Sprachen sind Mittel zur Kommunikation – dieses unbestreitbare Faktum dürfte einem Jeden von uns bekannt sein. Dass unser Land trotz eines grossen Zusammenhaltes keine Homogenität aufweist, sprich sich aus verschiedenen Sprachgruppen und somit auch verschiedenen kulturellen Identitäten zusammensetzt, ist ein fester Bestandteil unseres schweizerischen Selbstverständnisses. Umso mehr muss es uns deshalb erstaunen, dass die St. Galler Regierung auf der Gymnasialstufe das Schwerpunktfach Italienisch abschaffen will, um Kosten sparen zu können. Es kann und darf nicht sein, dass Sparpakete auf dem Buckel von Landessprachen geschnürt werden. Die Regionen des Tessins und Graubündens sowie auch der Westschweiz sind genauso Schweizer Regionen wie unser Kanton, und es ist eine Schande, wenn Deutschschweizer mit Westschweizern beziehungsweise mit Südschweizern heutzutage oftmals miteinander in Englisch kommunizieren, um sich verständigen zu können. Auch wenn Kenntnisse der Englischen Sprache heute unausweichlich scheinen, darf dies nicht auf Kosten jener Sprachkenntnisse geschehen, welche Bestandteile unseres mehrsprachigen Staates sind und somit erste Priorität haben müssen.

Hoffen wir, dass auch unserer Kantonsregierung durch die zahlreichen Gegenstimmen einsieht, dass Sprachkenntnisse sich nicht allein auf die sowieso schon allzu gegenwärtige Fremdsprache Englisch beschränken dürfen und die Verbannung einer Landessprache aus den Schwerpunktfächern nichts anderes als die Schaffung einer Bildungslücke darstellt!

Leserbrief von Virgil Meier,
Wittenbach, SG

23.02.2011 | 1169 Aufrufe