Wenn man als Unbeteiligter die ausländische Wirtschaftspresse liest, gibt es kein Schweizer Bankkundengeheimnis mehr. Es wurde vom Bundesrat klammheimlich geopfert, aber die Landesregierung zögert, es der einheimischen Bevölkerung zu sagen. Jede ausländische Regierung weiss aber seit mindestens drei Jahren, dass unser Bundesrat überaus schwach ist – daher die laufend neuen Forderungen nach Datensätzen, Ablasszahlungen, Bussen und Beitragserhöhungen in Milliardenhöhe an das Internationalen Währungsfonds (IWF), die Europäische Zentralbank (EZB), die USA und andere Länder.

Als einziges Land zahlen wir eine einseitige Abgeltungssteuer an Länder, deren Bürger Guthaben auf Schweizer Banken haben. Dabei entsteht der fatale Eindruck, dass die Schweiz ein angebliches Unrecht mit Geld zudecken will. Die Banken sahen darin die einzige Möglichkeit, das von Ausländern investierte Geld zu behalten. Diese Hoffnung ist meines Wissens kaum erfüllt worden. Alle anderen Länder brüsten sich aber mit ihrem freien Waren-, Personen- und Kapitalverkehr. Jeder Schweizer kann sein Vermögen auf ausländischen Banken, in Beteiligungen oder Immobilien anlegen, ohne dass man nähere Auskünfte über die Herkunft der Gelder verlangt und ohne jegliche Entschädigung an die Schweiz auf entgangenen Zinsen. Es gibt 750'000 Schweizer, die dauernd oder zeitweilig im Ausland leben, die alle ein oder mehrere Bankkonten besitzen. Es genügt, sich in einem der zahlreichen Schweizer Clubs umzuhören, z.B. in einer «Amicale Suisse» in Frankreich mit 90'000 Mitgliedern, um die Verunsicherung der Auslandschweizer über das ungeschickte Lavieren des Bundesrates festzustellen. Es geht aber in erster Linie um die acht Millionen Schweizer und die ständigen und untolerierbaren Drangsalierungen durch sogenannte befreundete Staaten, die nur den Finanzplatz Schweiz schwächen und unser Geld vereinnahmen wollen.

Wie die Beispiele der Bank Wegelin und der Credit Suisse zeigen, ist die Schweiz durch eigenes Verschulden erpressbar geworden. Die bis jetzt befolgte Strategie führt in die Sackgasse. Die Schweiz ist nicht mehr weit davon entfernt, Schutzgeldzahlungen in Milliardenhöhe zu zahlen, unter welchem Titel auch immer und ohne Gegenrecht zu verlangen. So wird der Finanzplatz Schweiz aber nicht gerettet, ganz im Gegenteil. Am Schluss zahlen wir mit dieser Politik Gelder an Nigeria, Tunesien und Eritrea, weil wir angeblich Bürger im arbeitsfähigen Alter abgeworben haben und hier «ausbeuten». Ein Strategiewechsel zu einer offensiven Verteidigung unserer Rechte gegenüber dem Ausland ist endlich angezeigt. Das ständige Kapitulieren des Bundesrates vor ausländischen Forderungen muss aufhören. Genau hier und nicht anderswo ist Widmer-Schlumpf gefordert.

Heinz Klaus,
Morissen GR

02.02.2012 | 1095 Aufrufe