Das Ritual hat sich eingespielt: Ein Anschlag wird Tatsache. Er hinterlässt viele Tote, viele Verwundete. Der IS sonnt sich öffentlich im erzielten «Erfolg». Und hohe Persönlichkeiten aus aller Welt beeilen sich, immer das Gleiche zu sagen: Man versichere die schwergeprüften Angehörigen ihres Mitgefühls. Man werde dem feigen Terrorismus nie nachgeben, vielmehr Kontrollen und andere Massnahmen verstärken – und solidarisch zusammenrücken in dieser Stunde der Betroffenheit…

Kommentar «Spalte rechts», Ausgabe vom 16. Juni 2017

Und eilig gehen sie zur Tagesordnung über – bevor jemand die Frage stellt, wie es denn komme, dass vor allem europäische Städte zu von IS-Terroristen bevorzugten Schauplätzen ihrer Mordtaten geworden sind.

IS, Islamischer (nicht islamistischer) Staat: Gestattet dieser Name denn nicht, die Täter einzuordnen? Und übermittelt das beharrliche Schweigen sozusagen sämtlicher Exponenten des Islams zu den Terroranschlägen des IS nicht auch eine – eher Beklemmung auslösende – Botschaft?

Hat nicht vor kurzem der gewählte, für die Sicherheit seines Landes verantwortliche Präsident einer grossen Nation als vorbeugende Massnahme gegen Terroranschläge die Einwanderung aus bestimmten Ländern verboten? Die Classe poltique fiel ob dieser Anordnung weltweit entrüstet und lauthals über Trump her. Und ein amerikanisches Gericht annullierte Trumps Verbot – ohne dass auch nur ein einziger Richter irgend welche Verantwortung zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor Terroranschlägen übernommen hätte.

Woher erhält denn der IS-Terror seinen Nachschub? Ist er denn nicht ein aus der unkontrollierten Masseneinwanderung gespiesenes, laufend weiter auswucherndes Krebsübel? Kondolenz-Bezeugungen an die Adresse von schwergeprüften Angehörigen sind zweifellos angebracht. Die wortreichen Solidaritäts-Beschwörungen erweisen sich indessen als immer hohler – solange den Worten nicht endlich Taten zur sichtbaren und spürbaren Eindämmung des Krebsübels Terrorismus folgen.

Wer die unkontrollierte Masseneinwanderung hinnimmt oder gar begünstigt, trägt zweifellos nicht wegzudiskutierende Mitschuld an den Anschlägen des IS. Diese Mitschuld hinter wortreichen «Solidaritäts-Bezeugungen» tarnen zu wollen, gelingt längst nicht mehr.

Ulrich Schlüer

15.06.2017 | 1899 Aufrufe