Die Einwohnerzahl der Schweiz nimmt seit Jahren rasant zu. Der Energieverbrauch bleibt aber konstant. Das verraten die offiziellen Statistiken. Bundespräsidentin Doris Leuthard strahlt: Die Energiespar-Appelle der Landesregierung zeigten Wirkung, behauptet sie. Stimmt das wirklich?

Kommentar «Spalte rechts», Ausgabe vom 28. April 2017

Beobachtet man die – nicht schwierig zu identifizierenden – Einwanderer, so ist gewiss keinerlei «Erfolg von Sparappellen» zu registrieren: Von den Tausenden, die kommen, hat jeder ein Handy. Jeder benutzt es unablässig. Jeder erhält, wenn er es verliert oder wenn es veraltet, sofort Ersatz. Jeder ist bestens eingekleidet. Er hat von dem, was er angeblich braucht, das Neueste – sicher nicht das Billigste. Nichts deutet darauf hin, dass die Einwanderer, vielfach von Geschenktem lebend, spürbar zu «nachhaltigem Sparen» beitragen.

Wie also kommt es zum statistischen Rückgang des Energiebedarfs pro Einwohner? Sind etwa die Grossverbraucher dafür verantwortlich? Also jene Betriebe, die sich nur mit hochentwickelten, raffinierten, unter erheblichem Energie-Einsatz mit teuren Spezialisten hergestellten Produkten auf dem Weltmarkt behaupten können? Sie sind tatsächlich – auch statistisch – die Energie-Sparer! Wie kommt das nur?

Die von ihnen erzielten, die Statistik stark beeinflussenden «Spar-Effekte» entstehen, weil sie hochproduktive, gleichzeitig auch energieintensive Arbeitsplätze für weltweit wettbewerbstaugliche Spitzenprodukte laufend, still und leise dorthin verlegen, wo Energie erschwinglich und Versorgungssicherheit gewährleistet bleibt. Die Statistik zeigt, dass diese Konzerne den Alternativ-Utopien, wie sie Frau Leuthard schwärmerisch verbreitet, keine Sekunde trauen. Sie lamentieren nicht, aber sie handeln: Sie siedeln ihre energieintensiven Arbeitsplätze dort an, wo die Versorgung nicht von Wirtschaftsfeinden und von Alternativ-Träumern bedroht wird.

Energiewende 2050: Das heisst auch Vertreibung wertvollster Arbeitsplätze aus der Schweiz. Dafür werden Tausende «importiert», die zwar viel verbrauchen, aber nahezu nichts zur Wertschöpfung beitragen.

Dümmer geht’s wahrhaftig nimmer!

Ulrich Schlüer

27.04.2017 | 3710 Aufrufe