30. November: Ja zur Gold-Initiative

Die Nationalbank habe, hämmert uns die Classe politique vor der Gold-Abstimmung ein, in den letzten Jahren «hervorragende Arbeit» geleistet. Dass sie durch überstürzte Goldverkäufe sechzig Milliarden Franken vernichtet hat, wird dabei übergangen.

In wenigen Tagen entscheidet der Schweizer Souverän über die Gold-Initiative. In einer Abstimmung, die in der Classe politique unglaubliche Nervosität ausgelöst hat. Desinformation selbst von höchsten Stellen ist an der Tagesordnung. Sogar die vornehme NZZ sieht sich veranlasst, sich mit abschätzigem Titel zu distanzieren vom Missbrauch des «Ustertag»-Auftritts durch den Nationalbank-Präsidenten für die Anti-Initiativ-Propaganda.

«Unverkäufliche» Goldreserven

Warum diese hektische Nervosität? Eine Kernforderung der Initiative scheint sie ausgelöst zu haben. Die Forderung nämlich, dass die Goldreserven der Nationalbank per Bundesverfassung als «unverkäuflich» erklärt werden sollen.

Der überstürzte Verkauf von sechzig Prozent (!) der Nationalbank-Goldreserven liegt zwar inzwischen rund ein Dutzend Jahre zurück. Doch weiterhin findet sich niemand, der mit seinem Namen die damalige – auch durch US-Erpressung ausgelöste – Kopflosigkeit rechtfertigen möchte. Sechzig Milliarden Franken wurden vernichtet, weil die damalige Verschleuderung des Nationalbank-Goldes zu historischem Tiefstpreis erfolgte.

Eigentümer wurden übergangen

Formell waren es drei Personen, die – auch wenn der damalige Bundesrat zweifellos grünes Licht für die überstürzte Verkaufsaktion erteilt hat – die damalige Gold-Verhökerung beschlossen und durchgeführt haben: Das dreiköpfige Nationalbank-Präsidium. Zuvor hatte die gleiche Stelle – dafür applaudiert von vielen Politikern – die Goldreserven als «überschüssig» erklärt. Dies als Voraus-Rechtfertigung für die bald darauf einsetzenden Verkäufe.

Völlig ausgeschlossen von jeglicher Mitsprache wurden indessen die eigentlichen Eigentümer des Nationalbank-Goldes: das Volk. Denn Goldreserven sind nicht ein Geschenk des Himmels. Sie sind der Ertrag des Fleisses und der Leistungsbereitschaft eines ganzen Volkes – von Arbeitgebern wie Arbeitnehmern.

Kein Zweifel: Wäre dem Volk, den Eigentümerinnen und Eigentümern des Goldes, die Frage je offen vorgelegt worden, ob Gold als «überschüssig» zum Verkauf freigegeben werden solle, dann wäre dieses Ansinnen in Bausch und Bogen verworfen worden.

Katastrophaler Fehlentscheid der «Fachleute»

Die Elite aber, angeblich beraten von sog. Fachleuten, konnte der Versuchung nicht widerstehen, mit dem Nationalbank-Gold «gewinnträchtig» zu spekulieren: Sechzig Milliarden Verlust waren die Folge.

«Nie wieder!» lautete vor zehn Jahren die unüberhörbare Reaktion der Öffentlichkeit auf die überstürzten Verkäufe zu miserablem Preis. Wie aber kann ein solches «Nie wieder!» in die Tat umgesetzt werden? Allein dadurch, dass die Goldreserven, die zur Aufbewahrung der Nationalbank anvertraut sind, in der Bundesverfassung als «unverkäuflich» erklärt werden.

Kein Verkauf ohne Volksabstimmung

Sollten je wieder Ideen oder Appetit zu Verkäufen des Nationalbank-Goldes laut werden, könnten solche dank Gold-Initiative ohne Verfassungsänderung nicht mehr vorgenommen werden. Das Volk – also die Eigentümer des Goldes – müsste zwingend befragt werden. Nur per Volksabstimmung könnten Verkäufe überhaupt noch vorgenommen werden.

Dieser Zusammenhang, also die ans Volk übertragene Entscheidung über Goldverkäufe hat die heillose Nervosität bei Politikern, Bankern und Notenbank-Chefs ausgelöst. Dass ihnen – der Elite, den Fachleuten – das Gold nicht mehr als «Spielgeld», als Spekulationsmasse zur Verfügung stehen soll, das hat den schrillen Alarm ausgelöst. Dass die Eigentümer des Goldes, also der Souverän, fortan den letzten Entscheid darüber zu treffen hätte, ob Verkäufe stattfinden dürfen oder nicht, das ist es, was Politiker, Banker und Notenbank-Chefs nicht zu schlucken bereit sind.

Die Entscheidung

Spielgeld oder Volksvermögen: Diese Frage zu den Goldreserven muss der Souverän am bevorstehenden 30. November beantworten. Soll das Gold weiterhin als Spekulationsmasse allein Bankern und Politikern ausgeliefert bleiben, oder soll es unverkäufliches Fundament, Garant der Stabilität des Schweizer Frankens bleiben – auf dass der Schweizer Franken zu jeder Zeit, besonders auch in Krisenzeiten, das ihm während Jahrzehnten weltweit entgegengebrachte Vertrauen zu bewahren vermag. Womit er, was immer auf der Welt vorgeht, auch seine Kaufkraft zu jedem Zeitpunkt behalten kann – überall auf der Welt.

Papier zerfällt – Gold hält! Ja zur Gold-Initiative!

Goldstück

 

Der Newsletter «Goldstück» wird herausgegeben vom Komitee «Ja zur Goldinitiative – Rettet unser Schweizer Gold», Postfach 23, 8416 Flaach www.goldinitiative.chinfo@gesunde-waehrung.ch

 

Autor der heutigen Ausgabe:
Ulrich Schlüer

 

27.11.2014 | 3702 Aufrufe