Über den die Personenfreizügigkeit vorbehaltlos gutheissenden Mitteparteien brauen sich dunkle Wolken zusammen, nämlich die beiden von SVP und Umweltkreisen eingereichten Initiativen. Die "professionellen Lösungsorientierten" winden und drehen sich und werfen unbrauchbare Gegenvorschläge in den Ring. Eine etwas differenziertere Sichtweise äusserte dagegen unlängst Hanspeter  Trütsch, Bundeshausredaktor des Schweizer Fernsehens. Er meinte, die  Initiativgegner müssten "sich warm anziehen". Manch ein genervter Pendler im morgendlichen Dauerstau oder ein Sitzplatzsuchender im Zug könnten ihren Entscheid spontan unter dem "Stress eines Augenblicks" fällen. Der höchste Souverän wird wie immer die Richtung vorgeben! Entscheidungen von solch immenser Tragweite sind dem Diktat unseres wankelmütigen Bundesratsgremiums zu entziehen und dem Volk  vorzulegen!

Selbst von nationalen Politikern und Wissenschaftern aus EU-Ländern wird die Schweiz dringend aufgefordert, doch nicht ständig mit zittrigen Knien vorzeitig einzubrechen. Nur der Mutige und Standhafte geniesse Respekt. Der Ängstliche und Kleinmütige werde mit Füssen getreten, verachtet und erbarmungslos ausgeplündert. Wenn man sich vor Augen hält, was die EU-Mitgliedsländer Spanien, aber vorher auch Frankreich und Dänemark, mit  ihrer Unerschrockenheit und Hartnäckigkeit  erreicht haben, kann man nur den Hut ziehen. Umso mehr sind nun unsere privilegierten Schweizer  Unterhändler mit hochkarätigen Trümpfen in der Hinterhand gefordert, die man notfalls ohne Wenn und Aber ausspielen muss. Man möchte sich einen Thomas Borer als verantwortlichen Chefunterhändler zurück wünschen!

Spanien (zusammen mit anderen Südländern) befindet sich tatsächlich  in einer äusserst prekären Lage, und das bedauernswerte Volk muss nun  die Suppe auslöffeln, die ihm seinerzeit  seine eigenen euphorischen und kurzsichtigen Politiker, aber auch zu nachgiebige und naive Regierungschefs wie Kohl und Mitterand,  mit ihren fatalen Denkfehlern eingebrockt haben. Dank  kreativ geschönter  Bilanzen (was allgemein bekannt war) wurden auch die Südeuropäer Teil des Kuchens,. Die Euphorie war grenzenlos. Man glaubte, einem bunten Strauss von Völkern unterschiedlichster wirtschaftlicher und kultureller Prägungen einfach einen währungspolitischen Einheitshut überstülpen zu können.  Diese gewaltsame Vereinheitlichung und die grössenwahnsinnige Zentralisierung dürften wohl endgültig der Vergangenheit angehören. Der Kollaps dieses aufgepfropften monetären Kunst-Systems war schon von Anfang an vorprogrammiert, ob man es wahr haben will oder nicht! Weitsichtige deutsche Wirtschaftswissenschafter hatten schon damals eindringlich vor dieser Euro-Totgeburt und ihren Folgen gewarnt. Aber auch unbeschwerte Schweizer Parlamentarier liessen sich von diesem überbordendem Freudentaumel anstecken.  Hier ein Zitat eines damaligen freisinnigen Nationalrats: "Wer in diesem Jahr an der Weltausstellung in Sevilla oder an der Olympiade in Barcelona Spanien erlebt hat, der weiss, dass dort ein neuer Elan entstanden ist, der dieses Land in kurzer Zeit auf den dritten Rang der wirtschaftlichen Stärke Europas führen wird". Dies war just zu jenem Zeitpunkt, als linke Kunstschaffende in Sevilla den einfältigen, nur von ihnen verstandenen  Spruch prägten: "La Suisse n'existe pas", und, "falls sie nicht gestorben sind", erfreuen sich diese Dummköpfe noch heute ihrer idiotischen Einfälle!

Man erinnere sich  auch an die mahnenden Worte Angela Merkels: "Fällt der Euro -  fällt Europa". Solche Menetekel aus berufenem Munde bewahrheiten sich nicht immer - aber immer öfter!

Robert Nieth,
Walchwil ZG

14.01.2013 | 1068 Aufrufe