Es ist ungeheuerlich: In der Schweiz zahlte ich – als langjähriges Mitglied der SMUV und der Unia – als Maschinenschlosser 36 Jahre Beiträge an die Arbeitslosenkasse. Nun bin ich im letzten September arbeitslos geworden und erhalte kein Arbeitslosengeld.

Anders wäre es geworden, wenn mir mein letzter Arbeitgeber neben den laufenden Montagen auch jene internen Aufträge an mich delegiert hätte, die er mir versprochen hatte. Jetzt aber fehlen mir zum gesetzlichen Arbeitslosentaggeld, was einen zwölf Monate ununterbrochenen Arbeitseinsatz voraussetzt, genau drei läppische Tage. Das trifft mich umso härter, als ich mich einer unaufschiebbaren Zahnbehandlung unterziehen musste. Ich bin ausgesteuert und verschuldet.

Den EU-Bürgern genügen zwölf Monate Beitragszahlungen, um die gesetzlichen Arbeitslosengelder zu beziehen. Mir als Schweizer werden nach jahrzehntelangen Prämienzahlungen drei fehlende Arbeitstage zum Verhängnis. Vierzig Jahre habe ich Steuern bezahlt und wurde nun zum Sozialfall, der gegenüber Behörden alles offenlegen muss. Ich fühle mich ungerecht behandelt – und entmündigt.

Andreas Frei,
Pratteln

10.05.2013 | 2533 Aufrufe