Offener Brief an die Bildungsdirektoren aller Deutschschweizer Kantone

Systematischer Geschichtsunterricht findet in der Volksschule kaum mehr statt. Allenfalls werden Einzelereignisse oder besondere Entwicklungen herausgegriffen und sogenannt «exemplarisch» behandelt – als allgemeingültig oder zumindest die eigene Zeitepoche übergreifend.

von Dr. Ulrich Schlüer, Verlagsleiter «Schweizerzeit»

Für solchen Geschichtsunterricht sind neue Lehrmittel notwendig. Der Lehrmittelverlag des Kantons Zürich (LMVZ) hat ein entsprechendes Geschichtslehrmittel geschaffen. Es trägt den Titel «Verfolgt und vertrieben – Lernen mit Lebensgeschichten». Es präsentiert – 
nach kurzer Einführung über die Judenverfolgung durch Nazi-Deutschland vor und im Zweiten Weltkrieg – Biografien von Juden, die in diesem Krieg als Jugendliche Zuflucht in der Schweiz gefunden haben. Das Lehrmittel wurde geschaffen für Primarschüler der 4. bis 6. Klasse.

Der J-Stempel

Wer sich in dieses Lehrmittel vertieft, stutzt sehr rasch: Als «Grundlage» zur Judenverfolgung wird die Geschichte vom sogenannten «J-Stempel» in den Mittelpunkt gestellt. Mit Behauptungen, die in der Schweiz zwischen 1954 und 1998 – oft massiv aufgebauscht – 
kursiert haben, die sich freilich, weil sie auf einer bedenklichen Verwechslung beruhten, als falsch erwiesen haben. Sie wurden nicht nur eindeutig widerlegt. Peter Rippmann, der sie 1954 via die Zeitschrift «Beobachter» in die Welt gesetzt hatte, musste sie 1998 sogar ausdrücklich widerrufen. Der Chefredaktor des «Beobachters» hat sie dannzumal als wahrheitswidrig bezeichnet und sich in aller Form entschuldigt.

(...)

Lesen Sie den ganzen Artikel in der aktuellen «Schweizerzeit»: Hier einloggen und lesen

Noch nicht Abonnent? Informieren Sie sich über unsere günstigen Abo-Varianten: www.schweizerzeit.ch/abo

26.04.2018 | 20488 Aufrufe