Das Bevölkerungswachstum ist die Hauptursache für den Kulturlandverlust infolge Überbauung. Die immer grössere Einwanderung führt somit zu einer Verminderung der Produktionsgrundlage für die bäuerliche Bevölkerung.

Die jährliche Netto-Zuwanderung – amtlich registrierte Zuwanderung minus Auswanderung – ist im letzten Jahr auf 75‘000 Personen angestiegen (NZZ vom 14.02.2012). Zusammen mit dem Geburtenüberschuss von rund 15‘000 ergibt das eine jährliche Bevölkerungszunahme von 90‘000 Personen, im Vergleich zu 620‘000 im Jahrzehnt davor. Dazu kommen die jährlich über 20‘000 Asylsuchenden, die Grenzgänger und die illegalen Einwanderer. Die Schweizer Wohnbevölkerung hat inzwischen die acht Millionen-Grenze überschritten! Die Schweiz ist zusammen mit den Niederlanden das am dichtesten besiedelte Land Europas, ja der Welt. Die Schweiz ist, nicht zuletzt der Personenfreizügigkeit wegen, sehr attraktiv für Einwanderer aus dem EU-Raum und mehr noch für solche von ausserhalb der EU. Aber sie ist kein Einwanderungsland (wie z.B. die USA oder Kanada).

Die Zuwanderung mag für Teile der Wirtschaft mehr Gewinn und Beschäftigung bringen, ja ist sie in einigen Sektoren – in einem gewissen Ausmass – sogar nötig. Gesamthaft und langfristig betrachtet bringt sie aber eine Verminderung der Lebensqualität und die Nachteile überwiegen: Überlastung des öffentlichen wie des privaten Verkehrs, der Infrastrukturen allgemein, zunehmender Dichtestress mit negativen gesundheitlichen Folgen für die Menschen, Probleme an Schulen und Universitäten, soziale und Sicherheitsprobleme, schädliche ökologische Folgen, explodierende Kosten der Sozialwerke usw.

Die zunehmende Verbauung der Landschaft und die damit verbundene Zerstörung landwirtschaftlicher Nutzflächen in der Grössenordnung von zweitausend Hektaren pro Jahr werden nicht nur von den betroffenen Bauernfamilien als schmerzlich empfunden. Es ist – gesamthaft gesehen – eine ungesunde Entwicklung und langfristig nachteilig für Land und Volk.

«Die Schweiz ist nicht für zehn Millionen gebaut», so Nationalrat Peter Spuhler aus dem Thurgau (Migros-Magazin 7/2012).

Es ist aus dieser Sorge heraus, dass aus dem Kreise der parteipolitisch unabhängigen «Vereinigung Umwelt und Bevölkerung» (ECOPOP) die Eidgenössische Volksinitiative «Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» lanciert und am 3. Mai 2011 veröffentlicht wurde. Diese lässt eine moderate Netto-Zuwanderung von 0,2 Prozent pro Jahr zu (heute 0,9 Prozent) und verlangt, dass der Bund zur Reduktion des zu grossen Bevölkerungswachstums mehr Mittel zur «Förderung der freiwilligen Familienplanung in Entwicklungsländern» einsetzt. Für die Umsetzung dieser Forderungen bräuchte es vor allem drei Dinge:

  1. Neuverhandlungen mit der EU betreffend Einschränkung der Personenfreizügigkeit (z.B. Kontingente). Das ist nicht einfach, aber «da findet man auch Wege – wenn man will» so Spuhler, und «wir müssen das mit der EU vernünftig lösen». Die EU hat kein Interesse an der Abwanderung guter Leute.
  2. Stärkere Einschränkung der Zuwanderung aus Nicht-EU-Ländern (insbesondere beim Familiennachzug).
  3. Asyl nur noch für echte Flüchtlinge, nicht aber für solche, die aus anderen (wirtschaftlichen) Gründen kommen; Verkürzung des Rechtsweges und Beschleunigung der Verfahren.

Für landwirtschaftliche Arbeitskräfte wäre die Wiedereinführung des Saisonnierstatuts oder etwas Vergleichbarem zu prüfen.

Beim Zustandekommen der Initiative ist der Bundesrat gefordert, die genannten Vorkehrungen zu treffen und wirksame Massnahmen einzuleiten. Die Zurückgewinnung der Kontrolle über die Einwanderung liegt auch im Interesse der Bauernfamilien, insbe­sondere der jüngeren Generation. Das Zustandekommen der Initiative, also der 100‘000 Unterschriften bis September 2012 bereitet Mühe, da keine starke Partei hinter den Initianten steht.

Wir danken für Ihre Unterstützung!

Prof. Dr. Hans Popp, a. Stv. Direktor Bundesamt für Landwirtschaft,
Liebefeld BE

Bezugsmöglichkeiten für Unterschriftenbogen:
Mail: initiative@ecopop.ch oder sekretariat@ecopop.ch

Post: Verein Bevölkerungsinitiative, Postfach 4, 8454 Buchberg
Telefon: 052 301 33 14 oder 079 534 17 62

 

07.03.2012 | 2340 Aufrufe