Jetzt wissen wir, wie die «freiwillige Meldepflicht» – ein Widerspruch in sich selbst – im Rahmen des sog. «Inländervorrangs light» umgesetzt werden soll – das «Zaubermittel», mit dem die Eidgenössischen Räte den Verfassungsbruch in Form der Nicht-Umsetzung der von Volk und Ständen angenommenen Initiative gegen die Masseneinwanderung zu tarnen trachten: Wer fortan eine freie Stelle zum Beispiel für eine Fachkraft mit anspruchsvoller Ausbildung ausschreibt, muss zunächst fünf «Inländer» testen. Mit Protokoll und allenfalls schriftlich begründeter Untauglichkeit der Angehörten. Erst dann darf er den Geeigneten – allenfalls einen Spezialisten aus dem Ausland – anstellen.

Vorschriften, die allen Reguliersüchtigen im Blick auf den bisher freien Schweizer Arbeitsmarkt – ein weltweit hochgeschätzter Trumpf des Wirtschaftsstandorts Schweiz – das Herz höher schlagen lässt. Denn «schriftlich festzuhaltende Begründung» heisst im Klartext: Der Entscheid kann angefochten werden. Der eine speziell ausgebildete Fachkraft suchende Arbeitgeber muss die Anstellung des Geeigneten unter Umständen in monatelangem Rechtsstreit vor Gericht erkämpfen! Was für ein bürokratisches Monster: Die Ansiedlung des gut bezahlten Spezialisten-Arbeitsplatzes dürfte vielfach von allem Anfang an nur noch im Ausland erfolgen.

Damit kein Missverständnis entsteht: «Inländer» heisst keineswegs Schweizer oder Schweizerin: Jeder, der im Rahmen der uneingeschränkten EU-Personenfreizügigkeit einen Wohnsitz in der Schweiz ergattern kann, wird auf unserem Arbeitsmarkt ein «Inländer». Er ist sofort klageberechtigt gegen Betriebe, die ihm einen Ausländer vorziehen wollen.

Wahrhaftig: Ein unglaubliches Kuckucksei legt die in ihrem blinden Hass auf die SVP gefangene FDP da der Schweizer Wirtschaft ins Nest. Das Ende jeglicher Freiheit auf dem Arbeitsmarkt wird in Kauf genommen – nicht von Linken, nicht von Kommunisten, nicht von bornierten Gewerkschaftsfunktionären. Nein! Es sind EU-verblendete Freisinnige, die unseren noch freien Arbeitsmarkt dem Bürokratie-Moloch zu Brüssel opfern wollen.

Der Abgesang des Freisinns ist angestimmt!

Ulrich Schlüer