Unsinnige EU-Rezepte gegen die illegale Einwanderung

Die Schweiz soll die ausser Kontrolle geratene Masseneinwanderung – so verlangen es Volk und Stände seit dem 9. Februar 2014 – mittels vom Bundesrat alljährlich festzulegender Kontingentierung endlich wieder in den Griff bekommen. Brüssel glaubte dazu verlauten lassen zu müssen, dass «Kontingentierung» gegen elementarste EU-Prinzipien verstosse – als wären wir Mitglied der Schulden-Union.

"Spalte rechts"
Kommentar des Chefredaktors

Weil Brüssel seinerseits der Flut illegaler Einwanderung via Mittelmeer längst nicht mehr Herr wird, will es die zumeist illegal Eingewanderten nunmehr «kontingentweise» an die einzelnen EU-Mitgliederländer überstellen. Kontingente sind plötzlich nicht mehr des Teufels …

Einmal abgesehen von diesem lächerlichen Widerspruch: Glaubt irgendjemand im Ernst, illegale Einwanderer, die für ihren Transport nach Europa ihren Schleppern tausende Dollar hinzublättern hatten, liessen sich von Brüsseler Schreibtischfunktionären gottergeben zum Beispiel nach Rumänien oder nach Bulgarien verfrachten, wo sie dann brav in misslichen Verhältnissen leben, während ihre Kollegen – Frauen finden sich unter den illegalen Einwanderern ja fast keine – in Deutschland oder in der Schweiz auf Kosten der Steuerzahler paradiesische Freuden geniessen?

Nichts illustriert die totale Unfähigkeit, die vollkommene Weltfremdheit, die Zentimeter dicken Bretter vor den Köpfen der EU-Funktionäre deutlicher als dieser völlig unrealistische, ja lächerliche Quoten-Zuweisungs-Ukas. Doch es gibt offenbar wenigstens eine einzige Person, die sich von den Brüsseler Hirngespinsten einnehmen lässt: Simonetta Sommaruga. Ob sie schon heute die Ausreden zu erfinden beginnt, die sie dann treuherzig vortragen wird, wenn all die nach Rumänien und Bulgarien Abgeschobenen «völlig überraschend» in der Schweiz auftauchen?

Wie äusserte sich doch eben Mario Gattiker (NZZ, 30. Mai 2015), oberster Flüchtlingsfunktionär im Departement Sommaruga: «Die Pläne der EU-Kommission sind erste Schritte hin zu einer Entwicklung, die in unserem Sinn ist.» Ob Herr Gattiker den aus Brüssel verbreiteten Unsinn noch glaubt übertreffen zu müssen?

Ulrich Schlüer

 

03.06.2015 | 1383 Aufrufe