Apropos Büro für Geschlechterfragen: Ich hatte Gelegenheit, einen Kurs zu besuchen über den Umgang mit der Gleichstellung an der pädagogischen Hochschule Zürich. Bei etlichen sprachlichen Neuschöpfungen und Vorschriften wusste man manchmal nicht, was besser ist: sich amüsieren oder sich ärgern.

Das Lachen verging einem jedoch schnell, als man vernahm, dass gewisse blödsinnige Wörter und Formulierungen von den «Studierenden» obligatorisch verwendet werden müssen. Spuren sie nicht, sind Abzüge bei der Notengebung die Folge.

Sogar weitaus schlimmer noch sind aber grundsätzliche Aspekte, die dem pädagogischen Nachwuchs in völlig falscher Optik präsentiert werden. Ein Beispiel: Da sah man eine Folie, welche aufzeigte, wie viele verschiedene Berufe in einem der letzten Jahre bei den Abgängen von der Volksschule gewählt worden waren. Natürlich sollte damit bewiesen werden, wie bedeutend schlechter sich die Aussichten für die Mädchen präsentieren. Ich weiss die genauen Zahlen nicht mehr, aber es sah etwa so aus, dass die Knaben über 30 verschiedene Berufe aller Art gewählt hatten und die Mädchen nur etwa die Hälfte davon. Triumph der Kursleiterin – die Ungerechtigkeit war offensichtlich. Ich wagte dann den Einwand, es sei ja den jungen Frauen freigestellt gewesen, auch eine Lehre zum Beispiel als Gleisbauerinnen bei den SBB zu machen und in kalten Januarnächten draussen Gleise zu verlegen. Und auch nach anderen ähnlichen Beschäftigungen würden die abtretenden Schülerinnen offenbar nicht lechzen. Ganz abgesehen von den Übertritten an Mittelschulen, welche in dieser Statistik schlicht fehlten.

Meines Erachtens ist solcher Umgang mit Geschlechterfragen absolut unseriös und geradezu hinterhältig, und es bleibt ein unangenehmer Gedanke, dass die jungen Leute an der PH auf derart perfide Weise indoktriniert werden.

Hans-Peter Köhli,
Zürich

16.03.2016 | 2319 Aufrufe