Wer nichts tut, fördert die Salafisten

Der von jugendlichen Salafisten ihrer Lehrerin verweigerte Handschlag hat Empörung ausgelöst. Selbst Bundesrätin Simonetta Sommaruga demonstrierte vor laufenden Kameras mit markanten Worten ihren Unwillen.

Der Freitags-Kommentar vom 15. April 2016,
von Ulrich Schlüer, Verlagsleiter «Schweizerzeit»

Für Salafisten sind Frauen Werkzeuge ihres machtpolitischen Durchsetzungswillens. In erster Linie sind sie dazu da, möglichst viele Salafisten auf die Welt zu bringen. Die hiesigen, die christlichen Frauen werden dagegen als «unrein» abqualifiziert – der Verachtung preisgegeben, gegebenenfalls, wo die Machtverhältnisse dies zulassen, auch verfolgt.

Markige Worte – keine Taten

Schön, dass Frau Sommaruga gegen salafistisch-machtpolitisches Gehabe Stellung bezieht. Wenigstens vor laufenden Kameras.

Doch es scheint, dass öffentlicher Applaus für ihre Abscheu-Bekundung dem salafistischen Affront gegenüber ihr vollauf genügt. Dass Frau Sommarugas zweifellos deutlichen Worten auch Taten folgen könnten – davon bislang keine Spur. Als würden ihr als Chefin über Justiz und Polizei in unserem Land nicht durchaus Möglichkeiten offenstehen, es nicht bei einigen in Kameras gesprochenen Worten bewenden zu lassen.

Was der Salafisten-Clan zu Therwil der Schweizer Öffentlichkeit gegenüber demonstriert, ist nichts anderes als Integrations-Verweigerung.

Gleiche Integrations-Verweigerung bekundet – teilweise gar gedeckt von unserem höchsten Gericht – auch jener Salafist in der Ostschweiz, der seinen Töchtern nur als Kopftuch-Mädchen den Schulbesuch erlaubt. Der Mann – offenbar seit Jahren vollumfänglich von Sozialhilfe zehrend – betrachtet die hiesige Öffentlichkeit bloss als Melk-Kuh. Von Integrations-Bereitschaft, von Höflichkeit und Anstand seiner Umgebung gegenüber keine Spur!

Integrations-Verweigerung

Beide Salafisten zeigen, in welcher Form Frau Sommaruga ihren markigen Protestvoten Taten folgen lassen müsste: Wer in der Schweiz demonstrativ jegliche Integration verweigert, allein seiner Parallelgesellschaft, allein der Scharia huldigt und verhaftet bleibt, der hat hier schlicht nichts zu suchen! Dessen Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung darf keinesfalls verlängert werden. Er soll mit seinem Clan dahin ziehen, wo Salafisten willkommen sind.

Solange Frau Sommaruga zu solcher Konsequenz aus ihrer deutlichen Stellungnahme nicht bereit ist, bleibt ihre Protest-Beteuerung peinliche Schaumschlägerei. Eine Gelegenheit für sie, verbal Entschlossenheit vorzutäuschen, zu der sie den Tatbeweis auf schmähliche Art schuldig bleibt.

Erdogans Kalkül

Wie sagte es doch Erdogan, als er vor nicht allzu langer Zeit eine Europa-Tournee absolvierte: Es sei eine Menschenrechtsverletzung, von muslimischen Türken in westeuropäischen Ländern Anpassung und Respekt gegenüber hiesigem Recht – z.B. gegenüber der in der Verfassung verankerten Gleichberechtigung der Geschlechter – und hiesigen Sitten – z.B. minimalen Anstand von Schülern ihrer Lehrerin gegenüber – zu verlangen.

Anderseits gehört Erdogan zu denen, die ihre Frauen – aus widerwärtig-machtpolitischem Gehabe – gänzlich ungefragt in die Rolle blosser Gebärmaschinen zwingen – auf dass sich die Mehrheitsverhältnisse hierzulande in durchaus absehbarer Zeit so verändern, dass plötzlich Salafisten in Befehlsfunktion und Christen nur noch ohnmächtige Bittsteller sind. Handlungsangst wie bei Frau Sommaruga wird man bei den neuen Machthabern kaum erwarten dürfen.

Komplizen

Wer bloss vor Mikrofonen markant daherredet, seinen Worten aber – obwohl er kraft seiner Funktion könnte – keine Taten folgen lässt, ist, genau betrachtet, nur willkommene Komplizin dieses Erdogan-Plans.

Wer zusätzlich beteuert, er oder sie tue schon etwas – und dann Lehrer und Schulleiter in von teuren «Spezialisten» geleitete Kurse schickt, wo sie auf Affronts seitens hier geduldeter Salafisten vorbereitet würden: Der bläht zwar die Bildungsbudgets der öffentlichen Hand ohne jeden Nutzen für hiesige Schüler und Schulen sinnlos auf – aber bloss zur Tarnung seines feigen Nichtstuns angesichts des ihm von der Bundesverfassung tatsächlich erteilten Auftrags – Gewährleistung der Respektierung unserer Gesetze, Interessenwahrung für unser Land, für Schweizerinnen und Schweizer.

Bezüglich der Therwiler Gruss-Verweigerung lautet dieser Auftrag: Wer als Einwanderer jede Integration stur verweigert, entsprechende Ansprüche der seine Existenz hier finanzierenden Öffentlichkeit bloss verhöhnt, hiesige Gesetze und Anstandsregeln höchstens verlacht – der hat in der Schweiz nichts zu suchen.

 

 

Wer macht sich zum Komplizen des Erdogan-Plans? (Symbolbild von Helga Ewert / pixelio.de)