Dreiviertel der öffentlichen Pensionskassen der Schweiz investieren Geld in Agrargüter und Vieh («Sonntag» vom 24. Februar 2013, Seite 9). Gleich wie die Spekulation mit Immobilien (Anfang der 90er Jahre in der Schweiz) und Aktien (Dotcom-Blase 1995-März 2000) immer wieder zu überhöhten Preisen führt, ist auch die Spekulation mit Nahrungsmitteln zu beurteilen. Nur trifft diese die Ärmsten der Armen. Die Preise der vier Hauptnahrungsmittel Reis, Mais, Weizen und Sojabohne verdreifachten sich zwischen 2005 und 2008. In Entwicklungsländern kam es während der Nahrungsmittelpreiskrise 07/08 zu Anstiegen der Verbraucherpreise von bis zu 40 Prozent. Solche extremen Preisausschläge haben mit Angebot und Nachfrage nichts mehr zu tun.

Ursache sind Finanzkonzerne und institutionelle Anleger wie Pensionskassen, die mit ihren spekulativen Anlagestrategien den Markt mit Liquidität überschwemmen. Werden steigende Preise verzeichnet, investieren alle Anlegerinnen und Anleger massiv in das entsprechende Produkt, die Nachfrage wird erhöht und damit steigen die Preise noch weiter. Eine Blase entsteht. Seit die Rohstoffbörsen für spekulative Anlegerinnen und anleger geöffnet worden sind, sind die Preisschwankungen ausser Kontrolle geraten.

Nahrungsmittelspekulation kann kurz und mittelfristig die Preise auf einem Niveau halten, das für die ärmsten Bevölkerungsschichten Hunger und Tod bedeuten kann. Die öffentlichen Pensionskassen der Schweiz sind aufgerufen, auf die Geldanlage in Agrargüter und Vieh zu verzichten.

Alex Schneider,
Küttigen AG

26.02.2013 | 1657 Aufrufe