Die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) beschaffen neue Trams im Ausland, weil es billiger ist, ärgert sich Dieter Scherrer. Die globalisierende Kurzsichtigkeit der öffentlichen Hand scheint mir weit gefährlicher als die EU-Fantastereien.

Die billigere Variante der Bauwirtschaft kann ohne Einschränkung zu einer Vergabe im Unterakkord mit Lohndumping führen. Man liest bis zu fünf Franken pro Stunde. Mit diesen Stundenlöhnen haben sich «die billigen Ausländer» zu begnügen, welche die gleichen Behörden eigentlich wollen.

Die BVB setzen diesem Beschaffungsmodus noch die Krone auf, indem sie die billigere Bombardier-Variante für die neuen Trams gewählt wird. Dass die Beschaffungswege kompliziert und durch grosse Distanzen für Ersatzteile teurer werden und die Qualität auf keinen Fall dem Schweizer Standard entspricht, sei nur angemerkt. Hauptnotstand ist aber, dass, wenn nicht in der Schweiz eingekauft wird, Arbeitsplätze woanders geschaffen werden. Mit einem Wort, der Entscheid der Basler Verkehrsbetriebe exportiert quasi dringend benötigte Arbeitsplätze (übrigens auch für Ausländer). Der Böse ist am Schluss noch der, welcher seine Nahrung «änet» der Grenze einkauft.

Ich nutze den öffentlichen Verkehr mittels Jahresabo, schätze das BVB-Team sehr, aber ich bin etwas entsetzt über den Entscheid der obersten Leitung.

Kurt P. Jost,
Basel

 

02.12.2011 | 1517 Aufrufe