In den meisten kapitalistischen Ländern werden Geldscheine durch die jeweiligen Nationalbanken gedruckt und in Umlauf gebracht. In der guten alten Zeit hatte jeder Geldschein seinen Gegenwert in Gold, eingeschlossen in den Tresoren der Nationalbanken. Man hat in Bretton Woods (1944) während einer Zusammenkunft der Weltbank beschlossen, die Goldparität abzuschaffen. Man beschloss dort ebenfalls, dass zukünftig die Staaten oder die betreffenden Länder die Wertstabilität ihrer Geldscheine garantieren würden. Damals war eine Staatsgarantie etwas absolut sicheres. Man konnte sich schlecht vorstellen, dass Länder oder Staaten Bankrott gehen.

Heutzutage ist das Vertrauen in die Finanzpolitik vieler Länder stark ins Wanken geraten. Die Schweizer Geldscheine sind momentan noch wertbeständig, obwohl die Schweizer Nationalbank einen grossen Teil ihrer Goldreserven verkauft hat. Hinzu kommt, dass sie jetzt Unmengen Schweizer Franken druckt und damit Unmengen verdorbene Euros kauft. Diese Euros geniessen nirgendwo eine Wertbeständigkeits-Garantie. Sie «profitieren» einzeln von den Staatsgarantien der Mitgliedsländer, von denen die Mehrheit aber schwer überschuldet ist. Jahr für Jahr steigen die Schulden noch stärker an und täglich müssen Arbeitslosenbeiträge in Höhe von 18 Millionen bezahlt werden. Die Hochzinsanleihen, welche diese Staaten anhäufen, werden meistens gebraucht, um die alten Schulden abzubezahlen und weniger, um die kränkelnde Nationalökonomien anzukurbeln.

Notenpressen sind heutzutage sehr leistungsfähige Maschinen. Sie können ohne Probleme so viele Geldscheine drucken, wie wir benötigen. Man druckt ohne Nachlassen, wahrscheinlich noch jahrzehntelang. Dank dieser wunderbaren Automaten wird jedermann – ohne zu arbeiten – so viel Geld bekommen, wie er wünscht. Wir werden in üppiger Glückseligkeit leben können. Endlich kommt das so lang ersehnte Paradies für alle. Niemand in Europa muss noch arbeiten. Dennoch, ein Problem wird es trotzdem noch geben: Da niemand mehr arbeitet, wer wird das Papier produzieren, auf welches man die Geldscheine druckt?

Paul Steyaert,
Sierre VS

18.04.2012 | 1145 Aufrufe