Für die Aufstockung des Euro-Rettungsschirms verlangte die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, anlässlich des World Economic Forum (WEF) mehr Geld von der Schweiz. Selbstverständlich zusätzlich zu den 2011 vom Parlament bewilligten 18 Milliarden. Bundesrätin Widmer-Schlumpf signalisierte reflexartig Zahlungsbereitschaft.

Dass der Euro-Rettungsschirm mit Geld aus der Schweiz aufgestockt werden soll, entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Bei seiner Einführung wurde der Euro nämlich als stabile Währung gefeiert. Jeder Staat, der die Haushaltskriterien verfehle, müsse mit Bussen in Milliardenhöhe rechnen, so damals der Präsident der EU-Kommission, José Manuel Barroso. Kein Wort über die hohen Steuern in der EU, die überregulierten Arbeitsmärkte und Mitgliedsländer, welche die EU-Kriterien nie und nimmer erfüllen können. Dies sind Fakten, welche die Konkurrenzfähigkeit der EU-Wirtschaft gegenüber derjenigen der USA oder Asien stark beeinträchtigen.

Anscheinend versteht Madame Lagarde ihr Handwerk nicht. Sonst würde sie den Euro-Rettungsschirm ganz einfach mit den Bussgeldern in Milliardenhöhe aufstocken, welche von den fehlbaren Staaten bisher einbezahlt wurden(!).

EU-Exponenten priesen seinerzeit die EU und den Euro als Garanten für gemeinsamen Wohlstand an. Dieser Wohlstand sollte es den EU-Staaten eigentlich erlauben, aus eigener Kraft die Aufstockung des Rettungsschirmes vorzunehmen. Und zwar ohne Entwicklungshilfe aus der Schweiz!

Otto Weiersmüller,
Uetikon am See ZH

04.04.2012 | 926 Aufrufe