Da hört und liest man seit Jahren von den Problemen Griechenlands infolge Überschuldung, doch für viele Schweizer scheint Griechenland weit weg zu sein und nichts mit uns zu tun zu haben. Schön wär’s!

Überschuldung schleicht sich unweigerlich ein, wenn über einen längeren Zeitraum zu hohe Ansprüche gestellt werden, die nur mit Geld auf Pump oder durch übermässige Besteuerung befriedigt werden können. Länder wie Spanien haben das verstanden und wollen wirtschaftsschädigende Auswüchse wie starren Kündigungsschutz lockern und den Mindestlohn kürzen, um somit vor allem jugendlichen und weniger qualifizierten Arbeitnehmern bessere Aussicht auf Anstellung zu verschaffen. Nicht umsonst herrscht in Länder mit starren Regulierungen höhere Arbeitslosigkeit.

Mit Forderungen nach Mindestlohn und sechs Wochen Ferien für alle gehen bei uns die Gewerkschaften mit Rezepten aus der Mottenkiste blindlings in die gegenteilige Richtung. Als ob wir im Schlaraffenland leben würden.

Schmerzhaft erfahren Länder wie Irland und jetzt auch Griechenland, dass man nicht lange auf Pump leben kann. Politiker die längerfristig nicht finanzierbare Leistungen versprechen, tragen Mitschuld am finanziellen Schlendrian. Hat uns der Wohlstand dermassen eingelullt? Wissen wir nicht mehr, dass jeder Franken der ausgegeben wird, zuerst verdient werden muss?

John Dornbierer,
Wernetshausen ZH

 

29.03.2012 | 1104 Aufrufe