Je länger der Abstimmungskampf dauert, umso mehr zeigt sich, dass die Befürworter dieser Initiative mit gezinkten Karten spielen. Es wird verschleiert, verdreht, es werden manipulierte Statistiken zitiert und als ohnehin voreingenommen geltende Medien und Personen als Referenzen aufgeführt. Als Beispiel möge die "Schweizerische Aerztezeitung" dienen. Sie publizierte kürzlich einen Artikel des als Privatdozent tätigen Psychiaters Thomas Reisch, der bei Schusswaffensuiziden den Einsatz von Armeewaffen auf 44.2 % bezifferte. Diese Zahl steht in diametralem Gegensatz zu den Statistiken des BfS, das für 2009 einen Wert von lediglich 8 % aller Schusswaffensuizide mit einer Armeewaffe angibt.

Es erstaunt wenig, dass ausgerechnet die Aerzteverbindung FMH solch unbewiesene Zahlen eines unbekannten Berner Psychiaters in die Welt setzt, ist doch ihr Präsident der Genfer SP-Mann Jacques de Haller. Ein gewichtiger Anteil der eher bürgerlich eingestellten Aerzte-Basis hingegen goutiert diese "Aktionitis" ihrer Verbindung in keiner Weise. Auf eine im Dezember verschickte E-Mail, in der die FMH ihre Mitglieder zur Unterstützung der Initiative aufforderte, gab es zu zwei Dritteln negative Reaktionen.

Wenn man weiss, dass FMH-Präsident Jacques de Haller im Herbst für die Berner SP als Nationalrat kandidieren wird, sind alle seine Aussagen als absolut parteipolitisch motiviert und daher als im Eigeninteresse stehend abzuqualifizieren. Um bei der SP zu einem Mandat als Nationalratskandidat zu kommen, ist es unumgänglich, deren Parteiprogramm ohne Wenn und Aber gutzuheissen und dessen spätere Umsetzung zu versprechen. Dies bedeutet, dass Jacques de Haller:

1) Die Armee abschaffen will (wir sind auf dem besten Weg dazu).
2) Den Kapitalismus überwinden will.
3) Der EU-beitreten will.
4) Ein Erwerbslosen-Einkommen schaffen will, wo jeder nach Belieben arbeiten oder faulenzen kann.

Da müssten sich doch auch gemässigte Linke fragen, ob ein solcher Mann ihr Vertrauen verdient und als Bannerträger einer quer im Land liegenden Initiative gelten kann, die den Steuerzahler Milliarden für Waffenrückkäufe kosten würde. Es würde dadurch kein einziger Mord oder Selbstmord verhindert, dagegen würden viele legale Waffen als Folge der Initiative als illegale Waffen auf dem Schwarzmarkt auftauchen - zur Freude aller Verbrecher und Amokläufer.

Es wird auch verschwiegen, dass jetzt schon die Munition von Dienstwaffen separat im Zeughaus gelagert werden muss. Also wie soll einer ohne eine einzige Patrone mit einer Armeewaffe Selbstmord begehen können? Um Missbrauch durch Dritte vorzubeugen, muss auch der Verschluss noch separat aufbewahrt werden.

Dieser milliardenteure Leerlauf verdient am 13. Februar von Volk und Ständen eine markante Abfuhr!

Leserbrief von Robert Nieth,
Walchwil ZG

27.01.2011 | 1071 Aufrufe