Ja, gibt es das überhaupt oder ist es ein Scherz? Der zweite Sitz für den Nationalrat im Tessin wurde durch Losentscheid gefällt. Nun, ein solches Vorgehen ist und kommt leider nicht überraschend. Die Zeiten haben sich geändert und da ist doch wirklich alles möglich. Als bald 70-jähriger Schweizerbürger mit Tessiner-Wurzeln – mein Vater kommt von Lugano – muss einem eine solche Abwicklung stark zu denken geben. Es zeigt die heutige Moral unserer Gesellschaft in Politik und Wirtschaft erschreckend auf.

Und in dieser Art und Weise soll dann unser Land regiert werden?! Manchmal habe ich wirklich das Gefühl, dass unsere Politiker und viele Wirtschafts-Leute mit Losentscheiden und «Fünfliber aufwerfen» unser Land führen. Wenn das so weitergeht, wird aus dem Fünfliber bald ein Euro-Stück. Mit solchen Methoden verlieren wir jede Achtung innerhalb und ausserhalb unseres Landes. Der Druck wird bei solchen Machenschaften auf die Schweiz noch schlimmer werden.

Was hat neulich Alt Nationalbank-Präsident Roth bei einem Referat gesagt: Das Ausland will nur das Geld der Schweiz. Ein erster Schritt wurde ja auch getan mit der Abstimmung betreffend Schengen/Dublin. Auch da hat man das Volk in verschiedenster Hinsicht über den Tisch gezogen. Und gerade der Kanton Tessin leidet doch bis heute enorm unter diesem Betrugsfall.

Man muss nicht intelligent sein um festzustellen, dass wir in der Schweiz schwach, sehr schwach geworden sind. Niemand ist mehr bereit Stärke für unser Land zu zeigen und hinzustehen, weil er leider nachher befürchten muss, dass ihm der Boden unter den Füssen weggezogen wird. 

Das Amt eines Nationalrates sollte doch mehr sein als eine Lotterie. Also hätte es doch nur folgendes Vorgehen gegeben;

1. Nachzählung unter Akzeptierung dass Fehler gemacht wurden. Wenn immer noch gleiche Stimmenzahl dann

2. Eine neuerliche Abstimmung.

Jeder andere Weg ist doch ein Betrug am Volk, am Wähler. Lotterie-Gesetze sind umgehend abzuschaffen. Es wäre durch Gerichte die Pflicht gewesen einen Entscheid zu fällen, der glaubwürdig ist.

Albertino Pierino Steiner,
St. Margrethen SG

21.12.2011 | 1721 Aufrufe