Eine nationale Erbschaftssteuer für Vermögen, die über zwei Millionen Franken betragen – eine zumindest bei oberflächlicher Betrachtung bestechende Idee, zumal 97 Prozent der Bevölkerung vermeintlich ohnehin nicht davon betroffen wären und das Ganze erst noch der AHV zugutekäme. Eine profundere Analyse kommt jedoch zu ganz anderen Schlussfolgerungen. Eine erfolgreiche Umsetzung der Initiative setzt nämlich voraus, dass die Betroffenen untätig bleiben und sich verhalten wie das sprichwörtliche Kaninchen, das sich in sein Schicksal ergibt und erstarrt vor der Schlange sitzt, bis es schliesslich gefressen wird.

Die Tatsache, dass Notariate in letzter Zeit einen überdurchschnittlichen Ansturm erleben, zeigt u.a., dass gewisse Leute – quasi vorsorglich – dabei sind, ihre diesbezüglichen Dispositionen zu treffen, sprich ihre Vermögenswerte bereits zu Lebzeiten auf Ihre Kinder zu übertragen, um so diese Steuer zu umgehen. Es bedarf auch einer fast schon sträflichen Naivität anzunehmen, dass vermögende Ausländer die Hände in den Schoss legen und untätig ausharren, auf dass ihre Erben dereinst vom Schweizer Fiskus geschröpft werden. Letztlich haben diese Personen die Schweiz nicht nur wegen der schönen Berge sondern in erster Linie auch wegen der vorteilhaften Steuersitutation als Domizil gewählt. Sollten diese Leute aus der Schweiz wegziehen, würden nicht nur die erwarteten Erträge aus der Erbschaftssteuer sondern auch die bisherigen Steuereinnahmen schrumpfen. Dies müsste entweder durch Einsparungen oder Steuererhöhungen kompensiert werden.

Da die linken Initianten dieser Initiative sich im Parlament bekanntlich vor allem dadurch hervortun, dass sie sich jeder noch so kleinen Einsparung (ausser natürlich beim Militär) kategorisch widersetzen, aber dafür umso mehr Energie an den Tag legen, wenn es darum geht, dem Steuerzahler das Geld aus der Tasche zu ziehen, ist schnell klar, was die Annahme der Initiative zur Folge hätte, nämlich generell höhere Steuern – und zwar für alle. Wer das nicht will, lehnt die Initiative ab!

Markus Brütsch,
Unterägeri ZG

 

16.12.2011 | 2074 Aufrufe