Nach meinem Artikel («Schweizerzeit» Nr. 8/2018) zu den Entschädigungen der Bundesparlamentarier hat die «Schweizerzeit» viele positive Rückmeldungen erhalten. Eine kritische Stimme gab es allerdings auch: Ein langjähriger Nationalrat kritisierte den Artikel. Von dem von mir errechneten Einkommen von 160’000 Franken/Jahr sei er weit entfernt. Und vor allem habe ein engagierter Nationalrat viele «Gratis-Auftritte» zu erfüllen, und er entrichte auch noch beachtliche Abgaben an die Partei und für andere Zwecke.

Geschätzte Kämpfer zu attackieren, war nicht meine Absicht. Mein Artikel zielte mehr darauf ab, aufzuzeigen, dass es heute leider in allen Parteien immer mehr «Berufspolitiker» gibt, die ihr ganzes Tun darauf ausrichten, möglichst viel zu profitieren und ausschliesslich von ihrem Amt leben zu können. Sie laufen Gefahr, den «Bodenkontakt» zu verlieren. Unser Milizsystem ist dadurch stark gefährdet.

Hermann Lei, Frauenfeld

09.05.2018 | 636 Aufrufe