Gewarnt wird seit Monaten: Aus Schwarzafrika droht Europa eine regelrechte Völkerwanderung. Vor allem die Jugend scheint sich in Bewegung zu setzen. Angela Merkels Willkommenskultur, mittels Selfies millionenfach der ganzen Welt signalisiert, trägt «Früchte». Was auf Europa zukommt, kann nur mit den alles überschwemmenden, von niemandem mehr aufhaltbaren Fluten in den Flüssen Europas in diesem Frühsommer verglichen werden.

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Jenen Ländern, denen – auch aus der Schweiz – in den letzten Dezennien Aberdutzende an Milliarden Entwicklungshilfe zugeflossen sind, läuft die Jugend davon. Jene Jugend, die für den Aufbau eigentlich dringendst benötigt würde, sucht offensichtlich bequemeres Leben in den das Entwicklungshilfe-Manna ziellos verteilenden Ländern. Es sind nicht Kriegsflüchtlinge, die da aufbrechen. Auch nicht Armutsflüchtlinge – sie können die teuren Schlepper schliesslich bezahlen. Es sind Millionen, die in Europa auf Kosten der Steuerzahler bequem leben wollen.

Italienische Zeitungen berichten von Zehntausenden, die aus Kenia eintreffen. Sie kommen – seit Ungarn, Österreich und Mazedonien die Balkan-Route rigoros sperren – via Libyen. Das Mittelmeer wird wieder Hauptroute der Völkerwanderung. Die klapprigen Boote der Schlepper müssen nur bis zum Verlassen der libyschen Hoheitszone halten. Per Handy werden dann Notrufe an Nato-Kriegsschiffe übermittelt, die darauf sichere Gratis-Überfahrt für alle nach Italien garantieren. Der neue Ansturm wird an der schweizerisch/italienischen Grenze bereits sichtbar. Und die Uno teilt mit, dass ungefähr fünfzehn Millionen, die gemäss Uno-Definition Flüchtlinge seien, nach Europa aufbrechen wollten.

Frau Sommaruga scheint noch immer an ihre Höchstzahl 24000 zu glauben, auf welche sie ihr «Beschleunigungs-Gesetz» ausgerichtet hat. Das Grenzwachtkorps spricht immerhin bereits von 40000. Am Bundesrats-Beschluss, wonach Soldaten an der Grenze bloss Suppe verteilen dürfen, scheint die Fünfer-Mehrheit in der Landesregierung aber festzuhalten. Blauäugig will sie die Schweiz dazu verurteilen, blindlings ins Desaster zu taumeln.

Einst orientierten sich politische Verantwortungsträger am Grundsatz «Gouverner – c’est prévoir»: Wer regiert, hat vorausschauend zu handeln. Heute ist solcher Grundsatz bestenfalls noch Erinnerung an längst vergangene
Zeiten.

von Ulrich Schlüer