"Leben schützen", war die Forderung der Befürworter der abgelehnten Initiative "Für den Schutz vor Waffengewalt".
Nachdem die Wehrpflichtigen ihre Waffe nicht im Zeughaus deponieren müssen, sondern weiter für die ausserdienstliche Ausbildung in Schützenvereinen zu Hause behalten können, sind die Sicherheitsvorkehren zu verstärken, wie sie von Bundesrätin Somaruga vorgeschlagen werden.

Wenn es uns aber ernst ist, Leben zu erhalten: Müssten wir nebst vermehrter Suizid-Prophylaxe nicht auch das Nötige tun und wegen Notsituationen oder willkürlichem Egoismus  beabsichtigte Abtreibungen verhindern? Da ist nicht in erster Linie der Staat gefordert, sondern wir alle, die beispielsweise Werke, die Schwangeren in Not beistehen, unterstützen können. Ich denke an die "Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind", "Ja zum Leben" sowie "LEA-Schweiz Leben erhalten und annehmen".

Aber auch der Lebensschutz der breiten Bevölkerung darf nicht vernachlässigt, die Bestände von Polizei und Armee dürfen nicht unverhältnismässig reduziert werden. Sogar die Bibel (Römer 13) fordert von der Obrigkeit "als Gottes Dienerin", also dem Staat, dass mit dem "Schwert" (Polizei und Armee) jene die Böses tun, gerächt werden, während Selbstjustiz verboten ist. Denkbare Bedrohungen sind nebst Terrorismus, Unruhen,  z.B. wenn die Schere zwischen arm und reich immer grösser wird, oder wenn  globale Wirtschaftskriege eskalieren. Von zunehmenden Umweltkatastrophen nicht zu reden.

Zu bedenken: Nicht seiner Willkür leben
Niemand, auch der Höchstgestellte nicht, kann ganz frei von allen Schranken und Geboten nur seiner Willkür leben, und die Gott nicht gehorchen, sind gewöhnlich umso mehr der Menschen Knechte. Und endlich sind Gottes Gebote deshalb leicht, weil bei einem wahren lebendigen Glauben stets viel Freude ist. Die Menschengebote aber sind schwer, weil sie dieser Freude entbehren. "Denn darin besteht die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer". (1. Johannes 5.3.) -- Carl Hility, (1833-1909), führender Staatsrechtler, Nationalrat

Leserbrief von Emil Rahm,
Hallau SH

15.02.2011 | 2404 Aufrufe