Kulturmarxisten und Alt-68er schäumen:

Ja zu Kindern, ja zur Ehe, ja zum traditionellen Familienmodell – konservative Werte stehen bei jungen Menschen hoch im Kurs. Die Schweizer Jugend als beliebiger Haufen, der nur sich selbst am nächsten ist? Von wegen! Die Resultate der neusten Jugendbefragung widerlegen allzu finstere Zukunftsperspektiven.

Freitags-Kommentar vom 3. November 2017,
von Anian Liebrand, Redaktion «Schweizerzeit»

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Ende Oktober veröffentlichten die «Eidgenössischen Jugendbefragungen CH-X» – eine Institution des Bundes – die Resultate ihrer neusten Erhebung. Dafür wurden in den Jahren 2012 und 2013 50‘000 stellungspflichtige Männer und rund 1’800 gleichaltrige Schweizerinnen befragt (die meisten davon waren bei der Befragung 19 Jahre alt). Dabei wurde ergründet, was «die aktuellen Lebens- und Zukunftsvorstellungen der jungen Erwachsenen» sind. Interessant: Die Antworten passen den Linken und sogenannt zukunftsgewandten Kreisen so gar nicht ins Konzept.

Heirat und Kinderwunsch

Rund 69 Prozent der befragten jungen Erwachsenen möchten heiraten. Für die meisten liegt das ideale Heiratsalter dabei zwischen 25 und 30 Jahren. Für etwa die Hälfte der Befragten spielen religiöse Gründe bei der Heiratsentscheidung eine wichtige Rolle. Der Wunsch, Kinder zu haben, wird von drei Vierteln der jungen Erwachsenen geäussert. Allerding knüpfen sie diesen Wunsch eng an das Vorhandensein einer stabilen Beziehung beziehungsweise eines ausreichenden Einkommens.

Traditionelle Familie beliebt

Zwei Drittel der Jungen streben traditionelle Familienmodelle an, in welchen der Mann die Ernährerrolle ausübt, während sich die Frau vorwiegend um die Familie kümmert. Auf die Frage, welcher Beschäftigungsgrad für sie selbst und für ihre Partnerin «in den ersten drei Lebensjahren Ihres Kindes ideal» sei, gaben 26 Prozent der jungen Männer an, das «traditionelle bürgerliche Modell» (Mann Vollzeit erwerbstätig, Frau nicht erwerbstätig) zu bevorzugen. Bei den Frauen waren es mit 24 Prozent nur marginal weniger.

Das «modernisiert bürgerliche Modell» (Mann Vollzeit erwerbstätig, Frau Teilzeit erwerbstätig) scheint bei den Jungen mit Abstand am beliebtesten zu sein: 44 Prozent der Männer und 42 Prozent der Frauen favorisieren es. 24 Prozent der Frauen und 19 Prozent der Männer können sich vorstellen, dass beide Partner Teilzeit arbeiten. Dass die Frau in höherem Masse berufstätig ist als der Mann, kann sich nur eine kleine Minderheit vorstellen. Fast ebenso wenige gehen davon aus, dass beide trotz Kindern Vollzeit arbeiten.

Mediale Empörung

Linke Phantasten, welche das traditionelle Familienmodell seit Jahren als «überholt» und «rückständig» brandmarken, schrecken hysterisch auf. Während ein Grossteil der Mainstream-Medien den nicht ganz zeitgeist-konformen Befund kleinzuschreiben hoffte, erdreistete sich der «Blick» zur Schlagzeile «Die Hausfrau ist eine Gefahr für die Gesellschaft». Die Politik-Redaktorin Cinzia Venafro empört sich: «Die Rückbesinnung auf das traditionelle Familienmodell gefährdet unsere Gesellschaft und schockiert.»

Die «Schweizer Illustrierte» druckte einen offenen Brief einer anonymen «Familienbloggerin» ab, die der Jugend gehörig die Leviten liest. «Schockiert und frustriert» sei sie. Das Ergebnis «tritt alles, woran ich glaube, und wofür ich für die Zukunft meiner Kinder hoffe, mit Füssen.» «Blick»-Redaktorin Venafro fühlt sich sogar zurück in die 1960er-Jahre versetzt – echt schwachsinnig!

Veränderte Schweiz

Wobei auch klar ist: Die Schweiz hat sich verändert – was durchaus auch richtig so ist. Aller feministischen Propaganda zum Trotz fühlen sich die Schweizer Frauen heute grösstenteils selbstbewusst und gleichberechtigt. Auf dem Arbeitsmarkt stehen ihnen alle Türen offen.

Zweifellos ist die Schweizer Jugend heute «moderner» geworden, was auch immer man unter diesem Begriff im Detail verstehen mag. Wir Junge – zu denen ich mich mit meinen 28 Jahren zähle – bewegen uns heute wie selbstverständlich in einer Welt voller globalisierter Einflüsse: Reisen nach Australien, thailändisches Essen, deutsche Musik, amerikanische Filme. Wir kommen viel mehr in der Welt herum als sich unsere Grosseltern in jungen Jahren je erträumt hätten. Die digitalisierte Welt in Beruf und Freizeit – für uns eine Selbstverständlichkeit.

Uns sind vermutlich aber auch die Schattenseiten der veränderten Welt viel stärker bewusst: Überbordendes Wachstum, Multikulti, Überfremdung, aber auch politische Losungen wie «Keine Grenzen mehr – weg mit den Nationalstaaten» erleben wir als problematische, Bewährtes zersetzende Realität. Die Folgen all dieser schädlichen Begleiterscheinungen der globalisierten Welt spüren wir schon von Kindesbeinen an: Wenn wir als Schweizer in der Schule zur Minderheit gehören oder von ausländischen Jugendbanden grundlos verprügelt werden – und die antiautoritären, linken Lehrer nur wegsehen und, statt einzugreifen, irgendwelche romantisierenden Ideologie-Dogmen herunterbeten.

Halt im Konservativen

Wenn wir von Reisen in fremde Länder zurückkommen, schätzen wir, wie schön die Schweiz doch ist und wie hier vieles (noch) so zuverlässig funktioniert. Je älter wir werden, je mehr wir von der Welt sehen und uns Gedanken über unsere Zukunft machen, desto mehr wird uns bewusst, dass unsere Vorfahren gar nicht so viel falsch gemacht haben. Und so kann es kommen, dass junge Erwachsene – Männer gleichermassen wie Frauen – sich an früheren Werten orientieren, ob sie nun als unzeitgemäss hingestellt werden oder nicht.

Deswegen davon auszugehen, dass hier eine ultrakonservative «Frömmler»-Generation heranwachse, wäre verfehlt. Die erwähnte Erhebung ist in ihrer Aussagekraft kritisch zu hinterfragen. Es sind die Unterschiede von Stadt und Land sowie das mit 19 Jahren relativ junge Alter der Befragten zu berücksichtigen. Ein repräsentatives Barometer liefert die Erhebung aber allemal.

Darf man hoffen?

Aus bürgerlich-konservativer, aber auch aus christlicher Perspektive muss derweil zu denken geben, dass Junge die Bereiche «Politik» und «das Verhältnis zu Gott» – offenbar seit Jahren – für unwichtig halten. Es gibt also noch viel zu tun!

Übrigens: Die «Blick»-Journalistin, welche sich über Frauen wundert, «die ihre Erfüllung im Muttersein sehen» und das traditionelle Familienbild als «Kapitulationserklärung» und «Rückschritt» sieht, outet sich in ihrem Hass-Artikel als «kinderloses Stadtkind». Ist die Frage erlaubt, welchen Beitrag dieser Typ Frau für die Zukunft und den Fortbestand unseres Landes leistet? Immerhin kommt auch sie nicht darum herum, die Lebensrealitäten zu akzeptieren und – man darf es zu hoffen wagen – eigene Dogmen zu hinterfragen.

Anian Liebrand

 

BRISANT-Videokommentar vom 3. November 2017:

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03.11.2017 | 1935 Aufrufe