Machbarkeitswahn der Politik

Am Klimagipfel in New York machten die Staaten weitere Zugeständnisse im Kampf für den «Klimaschutz». Die Schweizer Steuerzahler müssen ab 2020 mindestens 480 Millionen Franken jährlich für «klimaschonende Projekte» bereitstellen. Doch inwiefern kann die Politik tatsächlich das Klima planen und steuern?

von Udo Ulfkotte

Statt Erderwärmung haben wir einen ungewöhnlich kühlen Sommer. Britische Medien sprechen sogar vom kältesten August der letzten hundert Jahre. Welche Faktoren beeinflussen das Klima also wirklich?

So schnell die Frage nach dem Klimawandel und seinen Ursachen gestellt ist, so schnell wird sie häufig auch beantwortet. Alles klar: Kohlendioxidemissionen, Treibhauseffekt und menschengemachte Erwärmung unseres Planeten. Gegner dieses Szenarios verweisen auf völlig anders lautende Studien und deutliche Manipulation seitens der Klimaforscher hin. Und wer derzeit einen Schritt vor die Türe macht, erleidet mitten im Sommer beinahe einen Kälteschock. Zumindest hierzulande keine Spur von Erderwärmung!

Interessen hinter dem Klimawandel

Der Klimawandel scheint ins Gegenteil umzuschlagen, die nächste Eiszeit unmittelbar vor der Tür zu stehen. Andererseits war da zuletzt der ungewöhnlich warme Winter. Herrscht bald völliges Chaos, könnten die etablierten Klimapropheten mit ihrem Hitzeszenario am Ende sogar Recht behalten? Man fühlt sich hin- und hergerissen.

Nicht zuletzt, weil hinter beiden Lagern jeweils mächtige Lobbyisten

stehen. Geschäftliche Interessen haben stets für Manipulation und Irritation gesorgt. Damit werden auch vermeintliche wissenschaftliche Aussagen bald fragwürdig, wenn die Unabhängigkeit entsprechender Studien nicht gewährleistet ist. Warum sollte es beim kontroversen Klimathema anders sein? Dabei geht es nicht allein darum, ob und wie sich das Weltklima ändert, sondern mehr noch, mit welchen Ursachen und welcher Amplitude dies geschieht.

Tatsache ist: Der Mensch verfügt gar nicht über zuverlässige Langzeitinformationen, um eine sichere Aussage zum Klima treffen zu können. Wissenschaftliche Messdaten gibt es erst seit wenigen Jahrzehnten. Auch werden etliche bemerkenswerte Beobachtungen weitgehend unbeachtet gelassen. So auch nicht-anthropogene Ursachen klimatischer Veränderungen, die nicht ins allgemeine Konzept passen. Das Ergebnis: Die Überbewertung von Daten, welche sich in das gewünschte Ergebnis einfügen.

Verfeinerung der Messtechnik

Und welche Schlussfolgerungen lässt der extrem kühle August zu? Seit Jahrzehnten kam der August nicht mehr so eisig daher wie jetzt. In England sank das Thermometer seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen zur gleichen Jahreszeit noch nie so tief. Schottland richtete sich aktuell sogar auf Schneefall ein und die Vorhersagen verhießen keine Besserung. Schon im Juli erklärten Meteorologen, dass sich die Wetterentwicklung in diesem Sommer besonders schwierig einschätzen lasse, einfach wegen diffuser Luftzirkulation. Ein erster Herbsteinbruch Mitte August sei möglich. Nun, der kam tatsächlich.

Der deutsche Meteorologe Klaus Hager wies kürzlich darauf hin, dass die Verfeinerung der Messtechnik für eine vermeintliche «Erwärmung» bei den Klimadaten gesorgt habe: Ein über immerhin acht Jahre am selben Ort durchgeführter Vergleich moderner elektronischer Sensoren mit alten Quecksilberthermometern, zeigte bei Parallelmessungen rund 0,9 Grad Celsius mehr bei der aktuellen Technik an! Nach Ansicht von Hager seien die momentan beobachteten Abweichungen, eben auch der kalte August oder der vergangene, sehr milde Winter, keineswegs Folge einer Klimaveränderung, sondern altbekannte Anomalien, wie sie seit jeher auftreten. Man müsse wegen des Klimawandels jedenfalls nicht in Panik verfallen.

Sonnenaktivität

Bei der Ursachenforschung zu globalen Klimaschwankungen scheinen sich etliche Experten dagegen zu sträuben, kosmische Faktoren ernster zu nehmen, obwohl seit vielen Jahren aussagekräftige Studien dazu vorliegen. Schon lange wird über klimatologische Auswirkungen der Sonnenaktivität berichtet. Geradezu augenfällig war die kalte Periode zwischen 1645 und 1715, als parallel dazu auf der Sonne keinerlei Flecken mehr wahrgenommen wurden, weil der berühmte Elfjahreszyklus für ganze 70 Jahre aussetzte – das schon legendäre Maunder-Minimum. Und nun hat auch die schwedische Lund-Universität aktuelle Ergebnisse dazu veröffentlicht: Durch Analyse von Spurenelementen in grönländischen Eiskernen und chinesischen Höhlenformationen konnten Forscher erstmals die Sonnenaktivität zum Ende der letzten Eiszeit aus der Spanne vor 20000 bis 10000 Jahren rekonstruieren.

Einer der Autoren, Raimund Muscheler, spricht sogar von einer «unerwarteten Verbindung zwischen Sonnenaktivität und Klimaänderung … Eine verringerte Sonnenaktivität könnte in Nordeuropa zu kälteren Wintern führen, da die solare UV-Strahlung die atmosphärische Zirkulation beeinflusst». Tatsache ist, dass Klimaschwankungen schon vorgekommen sind, wodurch auch immer sie ausgelöst wurden. Vulkanausbrüche, Kometeneinschläge, davon unabhängige säkulare Veränderungen der Erdbahn und unzählige andere natürliche Mechanismen haben die Erde in ein andauerndes klimatisches Wechselbad getaucht.

Überbewertetes CO2

Der dänische Physiker und Klimatologe Henrik Svensmark spricht von einer Überbewertung der Erderwärmung durch Kohlendioxid und behauptet, dass Schwankungen der Sonnenaktivität eine größere Rolle spielen. Experimente scheinen seine Theorie zu bestätigen. Natürlich geriet sein Konzept unter Beschuss, worauf Svensmark im vergangenen Jahr nachlegte und zusammen mit Kollegen eine neue Studie vorlegte, die im renommierten Blatt «Physics Letters A»publiziert wurde. Demnach besteht tatsächlich eine Verbindung zwischen kosmischer Strahlung und Wolkenbildungsprozessen. Etwa 50 Prozent der beobachteten Temperaturschwankungen sind demnach die Folge wechselnder Sonnenaktivität.

Natürlich wird die Klimadebatte weitergehen. Bemerkenswert ist, dass die CIA ihr 2009 eröffnetes Zentrum zur Beobachtung des Klimawandels («Center on Climate Change and National Security») bereits im Jahr 2012 wieder geschlossen hat. Diese Einrichtung sollte überprüfen, ob und welche Auswirkungen eine Klimaänderung auf Staaten und damit auf die nationale Sicherheit haben könnte. Das Zentrum galt bald als reine Geldverschwendung.

Udo Ulfkotte

Aus dem Whistle Blower News-Letter Nr. 208

 

Symbolbild von Shutterstock

 

25.09.2014 | 7912 Aufrufe