Die «Neue Luzerner Zeitung» hat Verständnis für das Aufkochen der Volksseele. Dennoch schlägt sie sich auf die Seite des Jugendanwaltes, der ein spezielles Jugendstrafvollzugsprogramm bewilligte, das monatlich gegen 30‘000 Franken kostete. Die zahlreichen Sozialtherapeuten haben es nämlich im «Fall Carlos» in nun schon sieben Jahren nicht weiter gebracht als bei ihrem Resozialisierungsprogramm zwischen Erpressung und Risikomanagement zu lavieren, wie die «Neue Luzerner Zeitung» im Titel ihres Artikels schreibt.

Von Verhältnismässigkeit spricht niemand, und wer glaubt, ein jugendlicher Gewalttäter, den man mit unmöglich viel personellem und materiellem Aufwand umsorgt, werde in die Selbstständigkeit entlassen kaum mehr rückfällig, dem ist nicht zu helfen.

Im Juni 2011 hat das Eidgenössische Departement des Innern ein «gesamtschweizerisches Programm Jugend und Gewalt» veröffentlicht. Man fokussiert sich auf Prävention, Intervention und Repression. Dieser Dreiklang sollte schon längst im Jugendstrafvollzug zu hören sein. Aber mir scheint, im Moderduft der 68er ist es immer noch nicht gelungen, Einrichtungen mit vertretbaren Kosten zu schaffen, die selbst schwerkriminelle Jugendliche mit einem strenggeordneten Region disziplinieren, aber auch gezielt fördern.

Zum Abschluss des Berichtes widmet sich die «Neue Luzerner Zeitung» der Frage nach der Ursache der Gewalt. Hier befindet sie sich auf der richtigen Fährte: In den Balkanstaaten, der Türkei, gewissen Staaten Südamerikas und Afrikas liegt die Hemmschwelle zur Gewalt äusserst tief und wird vielfach stillschweigend zur Kenntnis genommen. Das ist Grund genug, dass wir uns zu unserer verfehlten Migrations- und Asylpolitik ernsthafte Gedanken machen. Mutikulti hat längst ausgedient.

Wolfgang Sidler,
Luzern

09.09.2013 | 1249 Aufrufe